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Zwei CSU-Frauen in der Stichwahl: Amtierende Landrätin Andrea Jochner-Weiß (l.) und Weilheims Bürgermeister-Kandidatin Angelika Flock im Weilheimer „Oberbräu“.

Kommunalwahl

Landrat in Weilheim-Schongau: Jochner-Weiß (CSU) und Grehl (Grüne) in der Stichwahl

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Der künftige Landrat in Weilheim-Schongau wird am 29. März in einer Stichwahl entschieden. Amtsinhaberin Andrea Jochner-Weiß (CSU) tritt gegen Karl-Heinz Grehl (Grüne) an. Jochner-Weiß verfehlte die absolute Mehrheit nur knapp. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,4 Prozent.

Landkreis – Kurz nach Schließung der Wahllokale saß die Landrätin im Weilheimer Landratsamt und war „noch völlig entspannt“. Bevor der erste Stimmbezirk ausgezählt war, rechnete Andrea Jochner Weiß (CSU) mit einer Stichwahl um den Chefposten in der Kreisbehörde. Kein Wunder, bei insgesamt neun Bewerbern um den Job.

Jochner-Weiß hatte Stichwahl erwartet

Ihren Widersacher bei der Stichwahl am 29. März hatte die CSU-Kandidatin bereits ausgemacht: Sie gehe von Karl-Heinz Grehl (Grüne) aus, seit sechs Jahren ihr Stellvertreter in der Kreisbehörde. Dieser sei bekannt und „Grün ist in“. Am Ende lag die Wilzhofenerin richtig: Sie ging mit 48,0 Prozent der Stimmen aus dem Wahlgang, der Weilheimer Grehl schaffte es als Zweitplatzierter auf 18,1 Prozent in die zweite Runde.

CSU-Kandidatin begeistert über 48 Prozent

„Ich bin begeistert“, kommentierte Jochner-Weiß, die im heimischen Gasthof Guggemos in kleinem Kreis feierte, ihr Ergebnis. Die 48 Prozent hatten sie selbst positiv überrascht. „Ich habe auf 45 Prozent getippt.“ Spätestens als gestern gegen 18.22 Uhr mit dem ersten ausgezählten Stimmbezirk in Pähl ein 59,9-Prozent-Ergebnis für sie auf dem Computerbildschirm aufleuchtete, keimte bei Jochner-Weiß sicherlich leichte Hoffnung auf einen Durchmarsch auf. Vor allem, als wenige Minuten später satte 70,6 Prozent aus dem ersten Stimmbezirk ihrer Heimatgemeinde Wielenbach gemeldet wurden.

Grehl war sich nicht sicher

Der Grüne Grehl („Ich bin sehr zufrieden“) gratulierte seiner CSU-Konkurrentin in einer ersten Stellungnahme „zum Superergebnis“. Dass er selbst es in die Stichwahl schafft, „davon habe ich geträumt und mir das natürlich gewünscht“. Allerdings habe er das Potential von BfL und Freien Wähler nicht abschätzen können.

Andere Kandidaten spielten keine Rolle

Die anderen Kandidaten spielten am Ende keine Rolle. Auf Platz drei landete Tillman Wahlefeld (BfL) mit 8,2 Prozent. „Damit bin ich zufrieden“, sagte der Weilheimer. Obwohl er sich ein paar Prozentpunkte mehr erhofft hatte. „Wenn ich viel Glück habe, kriege ich um die zehn Prozent“, dachte sich Wahlefeld im Vorfeld der Wahl. Mit Schwarz-Grün in der Stichwahl hatte der BfL-Mann jedenfalls gerechnet.

Ebenfalls „sehr zufrieden“ war Michael Marksteiner (Freie Wähler). Er bezeichnete seine 7,6 Prozent als gutes Ergebnis. „Gerade als Neuling“, ergänzte der Weilheimer. Knapp unter seinen eigenen Erwartungen blieb Markus Kunzendorf (ÖDP). „Mit vier Prozent habe ich schon gerechnet“, so der Oberhausener – am Ende wurden es 3,8 Prozent. Sein Fazit: „Das ist schon in Ordnung. Wir haben unser Potential ausgeschöpft.“

Leichte Enttäuschung dagegen bei Jörn Wiedemann (Unabhängige), der 2,4 Prozent einfuhr. Der Premer hatte „mit etwas mehr gerechnet“. Für Wiedemann ist das Ergebnis vor allem eines: „Das ist eine Anti-Klima-Wahl.“ Schlusslicht ist die FDP mit Morten Faust. Für den Weilheimer langte es nur zu 1,2 Prozent. Faust nahm es gelassen: „Eigentlich bin ich sehr zufrieden.“ Schließlich sei er als Politneuling „praktisch von Null gestartet“.

Enttäuschung für SPD und AfD

Enttäuschend verlief die Landratswahl für die SPD und die AfD. SPD-Spitzenmann Alexander Majaru aus Schongau kam auf lediglich 5,9 Prozent, der Weilheimer AfD-Bewerber Rüdiger Imgart erreichte mit 4,8 Prozent gar noch weniger. Von beiden Bewerbern war gestern von der Heimatzeitung keine Stellungnahme zu bekommen.

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