Krankenhaus-Defizit in Weilheim-Schongau bewegt sich auf 13 Millionen Euro zu

Weilheim-Schongau - Das Krankenhaus-Defizit wächst und wächst: Im Jahr 2014 muss der Landkreis zwischen 12 und 13 Millionen Euro zubuttern. Woher nehmen?

Der Landkreis hat große Pläne. Er möchte eine neue Berufsschule in Weilheim bauen, das Schulzentrum in Schongau erweitern und den Mittelbau am Gymnasium Weilheim neu errichten. Die Frage ist nur: Kann er sich dies in Zeiten eines davon galoppierenden Krankenhaus-Defizits überhaupt leisten? Kreiskämmerer Norbert Merk hatte darauf in der Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses eine klare Antwort: „Nur wenn die gesamte Krankenhausproblematik nachhaltig und zeitnah einer Lösung zugeführt wird, können die bisher avisierten Bauvorhaben, insbesondere im schulischen Bereich, auch im vorgenommenen Zeitablauf thematisiert werden“, schrieb er den Kreisräten ins Stammbuch.

Die Bezeichnung „Krankenhausproblematik“ ist für ihn eine Umschreibung von „Krankenhausdefizit“. Und dieses hat sich gewaschen. Merk rechnet damit, dass der Landkreis im kommenden Jahr 13 bis 14 Millionen Euro in die GmbH stecken muss. Die Summe setzt sich zusammen aus einem Defizit in Höhe von sechs Millionen Euro, alles in allem überweist der Landkreis 2013 wohl 7,5 Millionen Euro. Dazu kommt eine bereits beschlossene Liquiditätshilfe von fünf Millionen Euro, die 2014 ausläuft. Außerdem kann die GmbH derzeit noch auf ein Darlehen der Knappschaft über eine Million Euro zurückgreifen.

Bereits heuer wurde der Landkreis mit einem weit höheren Defizit konfrontiert als noch bei der Aufstellung des Etats bekannt war: Knapp sechs Millionen Euro muss er an die Krankenhaus GmbH überweisen (wir berichteten). Das war letztlich auch ausschlaggebend dafür, dass die Kreisräte sich in ihrer Sitzung am Montag mit einem Nachtragshaushalt befassen mussten und - erneut - in eine lange Debatte um die Krankenhaus-Situation verstrickten. Denn das hohe Defizit wird Folgen haben: Hinter vorgehaltener Hand wird bereits über eine Kreisumlage von 60 Punkten - „und mehr“ - gesprochen. Das trifft die Gemeinden.

Was er wolle, sei klar, sagte Landrat Friedrich Zeller (SPD), der in der Julisitzung des Kreistages mit seinem Vorschlag gescheitert war, das Krankenhaus Peißenberg umgehend zu schließen. Jetzt ist eine „zeitverzögerte Schließung“ (Wolfgang Taffertshofer/BfL/Söchering) 2017 oder 2018 im Gespräch.

„Es ist zu einfach, wenn man alles auf die Krankenhäuser abwälzt“, stellte Michael Asam (Peiting/SPD) fest. Das Defizit der Peißenberger Klinik liege bei rund 800 000 Euro.

Weil der Nachtragshaushalt für ihn ein Zeichen dafür sei, dass „man alles weiter laufen lässt“, stimmte Hans Geisenberger (Sachsenried/ Unabhängige-ödp) dagegen. So sahen es auch die Grünen. Das letzte Wort hat der Kreistag am 18. Oktober.

gre

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