Krankenhaus GmbH: Trotz Sparkurs großes Defizit

Weilheim-Schongau - Wie geht es weiter mit dem Penzberger Krankenhaus? Antworten auf diese Frage gab's für die Kreisräte bei der jüngsten Sitzung nicht.

Wie es mit dem Penzberger Krankenhaus weitergeht: Das stand bei der Kreistagssitzung in Sachsenried zum Ärger mancher Räte nicht auf der Tagesordnung. Landrat Dr. Friedrich Zeller verwies mehrfach auf den Unternehmensberater, der mit einem neuen Konzept die Klinik schnellstmöglich in den grünen Bereich katapultieren soll. Die Bewerbungsphase für den Berater ist allerdings noch immer am Laufen.

Stattdessen gab’s einen Einblick darüber, wie es aktuell um die Krankenhaus GmbH steht. Zwar wird das Minus, das die Kreis-Krankenhäuser pro Jahr einfahren immer ein bisschen kleiner, allerdings ist es angesichts der ernsten Haushaltslage immer noch nicht klein genug, wie Kämmerer Heinz-Günther Hetterich verdeutlichte. „Für eine Haushaltskonsolidierung müssen wir an die großen Posten im Haushalt rangehen – und der größte Posten sind mit rund 4 Millionen Euro die Krankenhäuser.“

Und das, obwohl Geschäftsführerin Elisabeth Ulmer eigentlich bei einem Rück- und Ausblick durchaus kleine Erfolge vermelden konnte: Hatte die Krankenhaus GmbH noch im Jahr 2007 ein Defizit von zirka 5,2 Millionen Euro eingefahren, so waren es im Jahr 2008 nurmehr 4,7 Millionen Euro.

Das Gesamtergebnis 2008 hätte um 468 000 Euro verbessert werden können. Zuzüglich einer Mehrbelastung von 1,6 Millionen Euro im Jahr 2008 – unter anderem verursacht durch Tarifsteigerungen – betrüge die Entlastung insgesamt 2,07 Millionen Euro, rechnete Ulmer beim Beteiligungsbericht vor.

Gespart wird bei der Krankenhaus GmbH auch am Personal. Zwar würden jetzt mehr Ärzte und Klinikkräfte beschäftigt, allerdings hätte man andere, patientenferne Bereiche personell ausgedünnt, so Ulmer.

Eine erfreuliche Entwicklung konnte Ulmer für das Weilheimer Krankenhaus berichten: Dies habe sich nach der Neubesetzung der Chefarzt-Stelle inzwischen als Tumortherapiezentrum etablieren können.

Ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg eines Krankenhauses ist der sogenannte „Case-Mix“, der die Schwere der Erkrankungen widergibt. Eine Statistik zeigt: Die Krankenhäuser Weilheim und Schongau behandeln mehr schwere Fälle, was sich wiederum positiv auf die Zahlen auswirkt. In Peißenberg und Penzberg hingegen gehen diese Zahlen laut Ulmer deutlich zurück – in Penzberg unter anderem, weil Herzschrittmacher-Operationen von dort nach Weilheim verlegt worden sind.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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