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Diese Zeiten sind vorbei: Christian Tobin (Mitte) mit Ex-Bürgermeister Klaus Pfeiffer (li.) und Bernhard Melian.

Künstler Christian Tobin lässt sein Müller-Denkmal abholen

Pähl - Das „Müller-Denkmal“ ist weg. Der 2,5 Tonnen schwere Stein, der seit der Fußball-WM 2010 in Pähl liegt, war eine Leihgabe des Künstlers Christian Tobin. Der ließ ihn nun abholen.

Der Grund für die Abholung nach fast zwei Jahren: die Gemeinde Pähl will den Stein nicht ablösen. Rund 15 000 Euro hätte das Kunstwerk gekostet - Tobin hatte den Gneis so behauen, dass er wie ein Fußball aussieht - aus Interesse an kinetischen Strukturen, wie er bei der Aufstellung erklärte.

Anfang des Jahres, so Bürgermeister Werner Grünbauer, habe sich der Bildhauer bei der Gemeinde erkundigt, ob sie ihn kaufen wolle. „Ich habe das Thema dann im Gemeinderat zur Diskussion gestellt“, so Grünbauer. Man kam in Abstimmung mit der Familie Müller überein, dies nicht zu tun. „Es war nie unser Bestreben, ein Denkmal zu errichten“, so Grünbauer. „Thomas Müller ist ein Pähler wie jeder andere auch, und so möchte er auch gesehen werden.“ Wer Müller kenne, wisse, wie sehr ihm jeder Wirbel um seine Person widerstrebe. „Das soll kein Affront gegenüber dem Künstler sein“, betont Grünbauer. Misstöne gab’s dennoch, lässt er durchblicken: „Der Künstler wollte, dass wir den Stein auf unsere Kosten abtransportieren.“. Das sei angeblich mit seinem Amtsvorgänger ausgemacht worden - etwas Schriftliches ließ sich nicht finden. „In Zeiten, in denen ich vier Millionen für die Turnhalle und die Schule in die Hand nehmen kann, kann ich nicht ohne Grundlage Geld ausgeben.“

Tobin selbst zeigt sich versöhnlich: „Ich bin keiner, der leicht zu verstimmen ist.“ Er habe damit gerechnet, dass in Bayern übliche Abmachungen per Handschlag für Amtsnachfolger eher nicht gelten. Der Stein kommt nach Riederau an den Sportplatz.

Christoph Ulrich

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