Bald zu haben: Landrat Friedrich Zeller (l.) und Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl mit einem SOG-Kennzeichen, das wieder eingeführt wird. foto: fkn

Wiedereinführung alter Kennzeichen

Landrat Zeller macht Weg frei für "SOG"

Weilheim-Schongau - Landrat Friedrich Zeller hat sich für die Wiedereinführung des früheren Schongauer SOG-Kennzeichens entschieden. Sogar ein Penzberger kann sich ab 1. August das SOG aussuchen.

„Ein Schongauer Bürgermeister muss ein SOG-Kennzeichen haben“, davon ist Schongaus Stadtoberhaupt Karl-Heinz Gerbl überzeugt. Er wird einer der ersten sein, der sein Auto von WM auf SOG umrüstet. Bis 1989, also noch 17 Jahre nach der Landkreisreform, prangte an Gerbls rotem BMW ein SOG-Schild. Er ärgert sich heute noch ein wenig, dass er dieses Kennzeichen damals mehr oder weniger verscherbelt hat (für ein paar Mass Bier). So ein Liebhaberstück würde Gerbl heute nicht mehr aus der Hand geben.

Wie Gerbl findet es auch der Peitinger Bürgermeister Michael Asam toll, dass SOG-Kennzeichen wieder möglich werden. Damit könne man sich verstärkt mit der Region identifizieren und „Regionalstolz“ zeigen.

Landrat Friedrich Zeller hat dieses Thema, obwohl er wenig bis gar nichts davon hält, schnell zur Chefsache gemacht, nachdem der Bayerische Ministerrat am 14. Januar 2013 beschlossen hatte, dass die Altkennzeichen bayernweit wieder eingeführt werden können. „Der Landrat des jeweiligen Landkreises kann in eigener Zuständigkeit entscheiden, ob er die Wiedereinführung von Altkennzeichen vorantreibt“, so Staatsminister Martin Zeil in einem Schreiben an Landrat Zeller. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigt der Blick ins nahe Oberallgäu: Dort weigert sich Landrat Gebhard Kaiser, die Sonthofener mit „SF“ statt mit dem seit 40 Jahren üblichen „OA“ fahren zu lassen.

Anders Zeller. Er will die alten Kennzeichen einführen. Bis zum 30. April wird das Altkennzeichen SOG über die Regierung von Oberbayern zum Bayerischen Verkehrsministerium gemeldet. Das wiederum beantragt die Freigabe beim Bundesverkehrsministerium, so dass voraussichtlich am 10. Juli 2013 die genehmigten Altkennzeichen im Bundesanzeiger veröffentlicht werden und dann am 1. August 2013 zur Erstausgabe verfügbar sind. „Die Altkennzeichen werden als Wunschkennzeichen, mit dem hierfür vorgesehenen Gebührenaufschlag, zugeteilt“, kündigte Zeller an.

Auf diese Entscheidung haben viele SOG-Freunde schon lange gewartet. „Wir haben jeden Tag drei bis vier Anfragen, ob mit SOG-Kennzeichen schon was geht“, verrät Alexander Maier von der Zulassungsstelle in Schongau. Und wenn die alle kommen, dann werde es einen Ansturm geben. Aber vielleicht schreckt manche auch die Kosten ab. Nach einer groben Schätzung fallen rund 60 Euro für ein neues SOG-Schild und die entsprechenden Umschreibungen von Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein an.

Wer kann ein SOG-Kennzeichen beantragen? Nur die, die im Gebiet des früheren Altlandkreises Schongau ihren Wohnsitz haben? Nein, sagt Josef Guggemos, Leiter des Straßenverkehrsamtes am Landratsamt Weilheim-Schongau. Alle Landkreisbürger könnten theoretisch auf SOG umwechseln, also auch ein Weilheimer, Penzberger oder Iffeldorfer. So sieht es der jetzige Entwurf laut Guggemos vor.

Dass die früheren Altlandkreisgemeinden Apfeldorf, Kinsau, Reichling und Epfach wieder in den Genuss von SOG-Kennzeichen kommen werden, hat der Sprecher des Landsberger Landratsamtes, Wolfgang Müller, aber ausgeschlossen: „Bei uns stellt sich diese Frage nicht. Bei uns gelten im gesamten Landkreis nur LL-Kennzeichen.“

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