Lebensgefahr für Wanderer: Schleierfälle gesperrt

Wildsteig - Erst kürzlich ist über den Bau einer Aussichtsplattform diskutiert worden, jetzt geht nichts mehr an den Schleierfällen: Die Gemeinde Wildsteig hat die Zugänge an die Ammer gesperrt.

Sie sind ein Naturschauspiel und eine Touristenattraktion im Landkreis: Die Schleierfälle an der Ammer bei Wildsteig. Doch jetzt bleiben die Besucher außen vor. Wildsteigs Rathauschef Josef Taffertshofer hat die Zugänge hinunter zum Fluss sperren lassen. „Komplett“, wie Taffertshofer deutlich macht. Die Verbotsschilder wurden an den Eingängen zu den Wanderwegen befestigt, Bänder sollen Spaziergänger abhalten. Vor „Absoluter Lebensgefahr“ wird auf den Schildern vor einem Betreten der Naturattraktion gewarnt.

Taffertshofer begründet die rigide Entscheidung mit dem zu großen Risiko. Nicht nur für die Wanderer („Da ist alles instabil“), sondern vor allem für die Kommune. „Die Gemeinde kann die Haftung nicht mehr übernehmen“, macht er klar, dass Wildsteig nicht mehr gewillt ist, die Verantwortung für Unfälle zu tragen. Taffertshofer macht nämlich schon länger Druck, den Zugang zu den Wasserfällen sicherer zu gestalten und die Besucher von der sensiblen Natur fernzuhalten. Bereits im vergangenen Jahr brachte er im Gemeinderat die Idee ein, statt der glitschigen Wege einen sicheren Zugang zu bauen.

Der Rathauschef selbst hatte sich außerdem für eine Aussichtsplattform gegenüber den Schleierfällen ausgesprochen – am östlichen Ufer der Ammer, auf Bayersoiener Flur. „Das würde sich vom Gelände her anbieten“, warb er vor wenigen Wochen. Doch Taffertshofer konnte sich nicht durchsetzen und unterstützte daraufhin den Alternativplan: ein Aussichtssteg auf der Wildsteiger Seite, erreichbar von Peustelsau aus. Allerdings droht das Bauprojekt zu scheitern, weil vermutlich die Statik Probleme bereitet. Doch bislang fehlte dafür ein entsprechendes Gutachten.

Dies hat sich nun geändert: Der Umweltausschuss des Landkreises hat aktuell für rund 10 000 Euro eine Statikuntersuchung in Auftrag gegeben (wir haben berichtet). Eine Entscheidung für den Bau der Plattform sei dies jedoch noch nicht, erklärt Landrat Friedrich Zeller auf Nachfrage.

Wie lange sollen die Schleierfälle gesperrt bleiben? Für Taffertshofer ist das keine Frage: „Bis auf Weiteres“, sagt er. Auf jeden Fall, bis das Landkreis-Gutachten vorliege, sagt er.

Von der Sperrung der Zugänge sind nicht nur Wanderer und Touristen betroffen: Beim Tourismusverband Pfaffenwinkel zum Beispiel heißt es: „Wir sind davon überrascht“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Andreas Schmid. Sollten die Schleierfälle länger dicht sein, sei dies schade für das touristische Angebot. Schmid: „Wir würden das auf jeden Fall bedauern.“

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