Luftlande- und Lufttransportschule Altenstadt baut für die Zukunft

Altenstadt - Der Luftlande- und Lufttransportschule (LL/LTS) Altenstadt stehen Veränderungen bevor: Mehrere große Bauvorhaben sind bereits im Gange bzw. in Planung.

Sichtbar in die Jahre gekommen ist die Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt. Schließlich wurde das Gebäude auf dem Burglachberg, wo heute das Stabsgebäude der Schule steht, 1937 als „Flakschule IV“ erbaut. Die nach dem Zweiten Weltkrieg verfallenen Kasernenanlagen wurden erst mit dem Entstehen der Bundeswehrgarnison Altenstadt um 1956 wieder erneuert.

Jetzt stehen größere Baumaßnahmen bevor. „Wir brauchen moderne Ausbildungsmittel, um eine moderne und zeitgemäße Schule zu sein“, erklärt der stellvertretende Kommandeur Oberst Dietmar Werstler. Aus diesem Grund laufen gerade die Planungen für die Neuanschaffung von Simulatoren und Attrappen der neuen Hubschrauber- und Flugzeugtypen, die die Bundeswehr bald in Dienst stellen will.

Modernität beziehe sich laut Werstler aber auch auf die Ausbildung selbst und das Leben innerhalb der Kaserne. „Wir haben in der Ausbildung einen Jahresdurchlauf von rund 6500 Soldaten - und die brauchen auch eine anständige und zeitgemäße Unterkunft“, stellt der Oberst klar. „Und da zählt eine 6- bis 8-Mann-Stube heutzutage eben nicht mehr dazu.“ Vielmehr seien 2- bis 4-Mann Appartements mit Nasszellen TV, Internetzugangsmöglichkeit und passenden Freizeitmöglichkeiten gefragt.

Mit diesem Problem steht die LL/LTS Altenstadt allerdings nicht alleine da. Und weil das so ist, ist vom Wehrbeauftragten der Bundeswehr vor einigen Jahren ein millionenschweres Sonderprogramm aufgelegt worden. „Und in dieses sind wir mit drei Gebäuden reingerutscht“, erklärt Oberstleutnant Stephan May, Leiter des Bereichs Unterstützung und Kasernenkommandant. Will heißen: Drei Unterkunftsgebäude sind bzw. werden noch grundlegend entkernt und saniert. „Die Stuben werden geweißelt, bekommen neue Sanitäranlagen, neue Fenster und Dächer“, erklärt May.

Um diese drei Gebäude - während des laufenden Betriebes - aber überhaupt sanieren zu können, ist ein neues Gebäude direkt gegenüber der Wache am Kaserneneingang gebaut worden. Rein äußerlich nicht zu vermuten, verbergen sich dahinter 38 hochwertige Wohncontainer, die wärmeisoliert und verputzt sind. Darin finden jeweils vier, also insgesamt 152 Soldaten Platz. „Das ist unsere Sanierungskapazität. Und ich kann mich vor Interessenten gar nicht wehren“, beschreibt der Kasernenkommandant deren Beliebtheit.

Ein weiteres Bauvorhaben: ein neues Gebäude für die Flugplatzfeuerwehr. „Die bestehende Wagenhalle mit Sozialräumen ist für sieben Feuerwehrmänner ausgelegt“, sagt May. „Wir haben derzeit aber 29.“ Und deshalb soll die Zeit des Provisoriums - spricht der angebauten Container - bald ein Ende haben. Unweit des bestehenden Gebäudes soll baldmöglichst ein ausreichend großer Neubau entstehen.

Direkt neben dem dafür vorgesehenen Platz wird bereits gebaut: am neuen Sanitätszentrum. „Damit können wir in Zukunft allen medizinischen Fachbereichen ausreichend Platz und unseren Soldaten somit eine bestmögliche medizinische Versorgung bieten“, freut sich Werstler.

Ein weiteres Bauvorhaben betrifft den Flugbetrieb: Direkt neben der Start- und Landebahn wird eine so genannte Oberflur-Tankanlage gebaut. Die „Tankstelle in Übergröße“ besteht aus zwei riesigen Tanks mit jeweils 30 000 Litern Kerosin.

Diese Anlage hat laut Werstler und May sehr viele Vorteile: „Bisher haben wir unsere Flugzeuge und Hubschrauber mit einem Straßentankwagen betankt“, erklärt Werstler. „Auch der ist nicht mehr zeitgemäß.“ Stattdessen können die Fluggeräte zukünftig quasi bis vor die Zapfsäule gebracht werden und dort mittels eines langen Schlauches betankt werden.

Vorteil: Dadurch entfallen die Fahrten mit den Tanklastern sowie eventuelle Auftankflüge zu den benachbarten Flugplätzen im Oberland sowie nicht zuletzt kostbare Flugzeit. „Das heißt aber auch, dass die umliegenden Orte durch Fluglärm weniger belastet werden“, freut sich der stellvertretende Schulkommandeur.

Gebaut wird aber auch ein neues Wirtschaftsgebäude zur Verpflegung der Soldaten. „Das alte Gebäude ist noch aus der Gründerzeit, schon mehrfach saniert worden und entspricht nicht mehr den Anforderungen“, sagt Oberstleutnant May. Er kann dies mit Zahlen untermauern: „Das bestehende Wirtschaftsgebäude ist für die tägliche Verpflegung von rund 450 Soldaten ausgelegt, wir haben aber rund 900.“

Und als ob das alles noch nicht genug wäre, arbeitet man in der Altenstadter Kaserne derzeit am Aufbau eines neuen und leistungsfähigerem IT-Netz. Informationstechnik (IT) ist der Oberbegriff für die Informations- und Datenverarbeitung sowie für die dafür benötigte Hard- und Software. Denn das bestehende Netz sei von der Leistung und der Kapazität einfach nicht mehr ausreichend. Zur Verlegung der Leitungen - gleichzeitig werden zwei neue Stromaggregate in Betrieb genommen - müssen in weiten Teilen des Kasernenareals Straßen und der Boden aufgerissen werden.

Diese Tatsache, verbunden mit allen anderen Baumaßnahmen, hat die Kasernenspitze zu einem unangenehmen, aber leider unausweichlichen Schritt bewogen: „Auf Grundlage der derzeit planbaren Rahmendaten ist eine ordnungsgemäße Durchführung des immer Ende September - anlässlich des Namenstages unseres Schutzpatrons, des Heiligen St. Michael - stattfindenden ,Tag der Fallschirmspringer’ nicht zu realisieren“, sagt Werstler. „Es tut mir daher außerordentlich leid, diesen besonderen Tag für dieses Jahr absagen zu müssen.“

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