Mehr Umsatz, weniger Milch

Weilheim - Nutzkühe, Jungkühe und Kalbinnen waren im vergangenen Jahr bei den Zuchtverbänden sehr gefragt. Nur die Milchleistung sinkt. Grund ist die Qualität des Futters.

Der Stier „Irola“ sorgte 2011 für Schlagzeilen: Im Dezember wechselte er beim Weilheimer Zuchtviehmarkt für einen Rekordpreis von 48 000 Euro den Besitzer. Das Ergebnis floss nicht mehr in die Bilanz von 2011 mit ein - aber auch ohne den Super-Stier war das vergangene Jahr sehr erfolgreich für die Weilheimer Zuchtverbände: Sie steigerten ihren Umsatz im Vergleich zu 2010 um knapp zwölf Prozent, er liegt nun bei 9,9 Millionen Euro.

Die Zahlen gab gestern die stellvertretende Zuchtleiterin Maria Spengler bei der Mitgliederversammlung in der Stadthalle bekannt, zu der rund 350 Züchter und Milchviehhalter gekommen waren.

Im Geschäftsjahr 2011 wechselten die Stiere im Schnitt für 16 744 Euro den Besitzer - das sind 179 Euro mehr als 2010. Nur wegen dieser guten Preise konnte sich der Stiermarkt auf Vorjahresniveau halten: Denn verkauft wurden 27 Stiere weniger als im Spitzenjahr 2010.

Die Nutzkälber haben mit 64 Prozent den größten Anteil am Umsatz: Es wurden 313 mehr Kälber als 2010 verkauft, die Käufer zahlten im Schnitt 15 Euro mehr. Der Absatz an Jungkühen stieg um 116 Stück - und ein Verkaufsschlager waren die Kalbinnen: Für durchschnittlich 110 Euro mehr als im Vorjahr gingen sie vor allem in Länder wie Algerien, Ägypten, Marokko und Tunesien. Die Milchleistung der Kühe war 2011 dagegen geringer als im Vorjahr: Fleckvieh gab im Schnitt 6984 Kilo Milch, 99 Kilo weniger als 2010. Spengler führt dies auf die schlechtere Qualität der Futterproben zurück, und dies wiederum auf klimatische Faktoren.

Viel Milch geben die Kühe, wenn sie sich in ihrem Stall wohlfühlen, erklärte Franz Freiberger vom Institut für Landtechnik und Tierhaltung in seinem Vortrag über Kuhkomfort in Milchviehlaufställen: Wenn es im Stall weich und trocken sei und die Tiere viel liegen, beeinflusse das die Gesundheit.

Weiter beschäftigen wird die Züchter 2012 das Thema „genomische Selektion“: Seit kurzem kann der Zuchtwert von Stieren auch über ihre Gene bestimmt werden, noch bevor sie seinen ersten Nachwuchs zeugen. „Weilheim ist ein Gewinner der genomischen Selektion, wir haben so gut Stiere verkauft wie lange nicht“, sagte Spengler zwar. Trotzdem gebe es Unsicherheiten und es bleibe abzuwarten, wie die Betriebe die Neuerung annehmen.

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