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Bleibt wohl noch länger stehen: Die veraltete 110-KV-Leitung, hier über Schwabbruck.

Nach Aussage auf Bürgerversammlung

110-KV-Leitung: Bleibt die alte Trasse stehen?

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Schongau/Bidingen - Wird die Starkstromtrasse zwischen Schongau und Bidingen nur noch zur Hälfte erneuert? Diese Aussage von Markus Wühr hat auf der Schongauer Bürgerversammlung für Diskussionsstoff gesorgt.

Landwirt Markus Wühr hat auf der Schongauer Bürgerversammlung für interessante Neuigkeiten in Sachen 110-KV-Leitung zwischen Schongau und Bidingen gesorgt. Er sagte, dass der Trassenabschnitt von Schongau nach Schwabbruck nun gar nicht erneuert wird. „Auf unbestimmte Zeit.“

Ende 2015 schlug die Nachricht ein wie eine Bombe, als LEW die Planung zurückgezogen hatte, wonach der erste Abschnitt zwischen Schongau und Schwabbruck südlich von Schwabbruck verlegt werden sollte. Grund für das Scheitern waren massive Proteste von Bürger und Bürgermeister, die durch eine dortige Freileitung den herrlichen Blick aufs Zugspitzmassiv nicht verlieren wollten. Und nun soll dieser Abschnitt gar nicht erneuert werden?

LEW zieht erstmals eine Erdverkabelung in Betracht

Thomas Renz von LEW bestätigt Wührs Aussage nicht. „Wir werden im Laufe des Jahres nochmals alle Optionen Prüfen“, sagte er auf SN-Anfrage. Dazu gehöre auch die Überlegung einer Erdverkabelung. Ernsthaft? Bislang wurde diese Option von LEW vehement abgelehnt, obwohl alle betroffenen Bürger, Bürgermeister, allen voran die Landwirte, damit einverstanden gewesen wären. Die Begründung von LEW war stets: „Die Erdverkabelung ist wesentlich teurer als eine Freileitung.“ Renz argumentiert damit noch immer und warnt, dass sich die Mehrkosten auf den Strompreis, also den Verbraucher auswirken.

Davon abgesehen gibt es allerdings eine gesetzliche Regelung. Die besagt: Wenn eine Erdverkabelung nicht mehr als 2,75 mal so teuer ist wie eine Freileitung, ist der Stromanbieter dazu verpflichtet, seine Leitung unter die Erde zu legen. Bislang argumentierte LEW mit Zahlen, die diesen Faktor übertreffen würden. Inzwischen aber gibt es Techniken, die den finanziellen Rahmen bei weitem nicht sprengen würden.

Kostenfaktor 2,75 inzwischen kein Argument mehr?

Schwabbrucks Bürgermeister Norbert Essich, der sich seit Jahren intensiv mit bodenschonendem Pflugverfahren auseinandersetzt, hat schon unzählige Male in aller Deutlichkeit erwähnt, dass es sowohl technisch als auch finanziell längst kein Problem mehr sei. „Ich glaube, LEW sträubt sich nur deshalb so stark gegen eine Erdverkabelung, weil sie Sorge haben, dass dann alle Gemeinden daherkommen und darauf bestehen, dass die Freileitungen unter die Erde kommen.“

In diesem Falle geht es aber um den Abschnitt zwischen Schwabbruck und Schongau, der entgegen Wührs Aussage wohl doch erneuert wird. Die Frage ist nur wann, wo und vor allem wie? Laut Renz gibt es dazu erst „gegen Ende des Jahres neue Nachrichten“.

Definitiv fix ist dagegen die Erneuerung des zweiten Abschnitts. Noch im Herbst dieses Jahres, spätestens jedoch im Frühjahr 2017, soll die Freileitung zwischen Bidingen und Ingenried durch eine neue ersetzt werden. Eventuell mit Stahlvollwandmasten, deren Fundament wesentlich kleiner als die eines Gittermastens sind.

js

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