Nach Gespräch mit Minister Zeil: Neues Gutachten für die Fuchstalbahn

Schongau - Mit einem Erfolg endete das Gespräch über die Zukunft der Fuchstalbahn bei Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil. Das veraltete Gutachten aus dem Jahr 2002 wird überarbeitet.

Mit Spannung hatte Fuchtalbahn-Vorsitzender Tyll-Patrick Albrecht auf den Termin hingefiebert. Denn die Dampflokfahrten der vergangenen Jahre waren zwar schön und gut, doch dem eigentlichen politischen Ziel der Initiative - nämlich der Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke Schongau-Landsberg - war man zuletzt keinen Schritt nähergekommen. Deshalb war Albrecht über die Ergebnisse des kurzfristig zustandegekommenen Treffens bei einem Besuch des Ministers in Garmisch-Partenkirchen begeistert: „Alle waren auf unserer Seite.“

Und die Delegation war hochrangig. Neben dem FDP-Bundestagsabgeordneten Klaus Breil, der das Gespräch mit seinem Parteifreund Zeil eingefädelt hatte, waren die ÖPNV-Verantwortlichen beider Landkreis und Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl dabei. Das Ergebnis: Das Gutachten zur Fuchstalbahn, das 2002 erstellt und dann nicht wirklich ausgewertet worden war, soll überarbeitet werden. „Man muss natürlich schauen, ob das damals unterstellte Fahrgastpotenzial noch stimmig ist“, sagt Albrecht. Manche Orte sind gewachsen, auch die ausgebaute B 17 gab es damals so noch nicht. Finanziert werden muss dieses Gutachten, das 2014 vorliegen soll, von den beiden Landkreisen. Wobei Landrat Friedrich Zeller für Weilheim-Schongau schon einmal stattliche 10 000 Euro versprochen hat. Auch der Landsberger Vertreter sagte eine finanzielle Beteiligung zu. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft soll die Landkreise und möglicherweise auch Kommunen bei der Erstellung des Gutachtens unterstützen, so Zeil.

Weil Eigeninitiative in Zeiten knapper Kassen immer gut ankommt, konnte Albrecht mit einer Kostenbeteiligung der Fuchstalbahn-Initiative punkten: „Wir haben zugesagt, dass wir Teile der Mitgliedsbeiträge und Spenden für das Gutachten zur Verfügung stellen, um ein klares Zeichen unserer Unterstützung zu senden“, sagte Albrecht. Denn die Landkreise und viele Anrainer-Gemeinden tragen jedes Jahr ihr Scherflein dazu bei, dass die Fuchstalbahn Sonderfahrten abhalten kann. Diese Zuschüsse will die Initiative in das Gutachten stecken, „ohne die Haushalte der Kommunen zusätzlich zu belasten“. Dem Minister habe das gut gefallen. „Der hat gesagt, so eine Selbstbeteiligung habe es noch nie gegeben“, sagt Albrecht belustigt.

Das bedeutet aber, dass es dieses Jahr keine Sonderfahrten geben wird. In den Sommerferien war das wegen mangelnder Mitglieder-Verfügbarkeit laut Albrecht sowieso nicht geplant. Und die stattdessen geplanten Fahrten Anfang Oktober fallen auch flach - aber nicht nur wegen des neuen Gutachtens, sondern wegen einer Streckensperrung. Kurzfristig hatte die Initiative erfahren, dass die Deutsche Bahn just zum geplanten Zeitpunkt die Strecke saniert. Das bestätigte ein Bahnsprecher: „Die Arbeiten gehen am 24. September los und dauern voraussichtlich bis 25. Oktober.“ Betroffen ist der Bereich zwischen Kinsau und Schongau - der Rest Richtung Landsberg ist bereits hergerichtet worden. Bei den Arbeiten werden vier Kilometer Gleis ausgewechselt, außerdem eine Weiche bei Kinsau (Abzweigung Veolia). Für Albrecht kein Drama: „2013 ist für die Fuchstalbahn eben ein politisches Jahr, was gut zu den Wahlen passt.“

bo

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