Im Pürschwald zwischen Herzogsägmühle und Birkland sind die Sturmschäden gut einsehbar. Zuständig für die Aufarbeitung ist hier das Forstamt Oberammergau. Foto: Herold

Nach Januar-Sturm droht Käfergefahr

Schongau - Die Stürme nach dem Jahreswechsel haben in den Wäldern Spuren hinterlassen. Zwar gibt es nur vereinzelte Windwürfe - aber auch die haben es in sich.

Von einer „gefährlichen Lage“ spricht Forstdirektor Martin Kainz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schongau. Gefährlich deshalb, weil Privatwaldbesitzer einzelne Bäume, die vom Sturm umgelegt worden sind, oft nicht gleich entfernen, sondern einige Zeit liegen lassen, da sich eine Aufarbeitung meist nicht lohnt. Das ist dann aber ein gefundenes Fressen für den Borkenkäfer.

Dieser Waldschädling hat sich 2013 explosionsartig vermehrt, allerdings hat ihn 2014 das feuchte Wetter etwas ausgebremst. „Aber jetzt sind die Käfer schon wieder in den Startlöchern“, sorgt sich Forstdirektor Kainz, der beim Forstamt als Abteilungsleiter für die Privat- und Gemeindewälder zuständig ist. Er appelliert an Waldbesitzer, Windwürfe rasch zu beseitigen.

Das sieht Andreas Schmid auch so. Der stellvertretende Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Schongau (WBV) ruft die Waldbesitzer auf, auch kleinere Käfernester baldmöglichst aufzuarbeiten. „Großflächige Windwürfe hat es diesmal zum Glück nicht gegeben, auch nicht in anderen Landkreisen“, so eine erste Bilanz von Andreas Schmid. Deshalb sei der Holzmarkt stabil beblieben, ebenso die Holzpreise.

Auch beim Staatsforst halten sich die Sturmschäden diesmal in Grenzen. Ein Blick in den 4000 Hektar großen Sachsenrieder und Denklinger Forst zeigt: Dort dürften es gerade mal 3000 Festmeter sein, die vom Wind umgelegt wurden, schätzt Peter Graser, stellvertretender Betriebsleiter des Forstamtes Landsberg, das für den Staatswald zwischen Sachsenried und Denklingen zuständig ist. Die meisten Bäume seien in voller Länge im Wurzelbereich umgeknickt, „also wenig Bruch“, fasst er zusammen.

Im Staatswald zwischen Herzogsägmühle und Birkland, im sogenannten Pürschwald, ist das Schadensausmaß von der Staatstraße aus gut einsehbar. Dort sind vor allem Fichten betroffen. Mit ihren flachen Wurzeln haben sie auf dem moorigen Boden wenig Halt - da hat der Sturm leichtes Spiel. „Die Schäden halten sich aber im normalen Rahmen, so wie jedes Jahr bei den Frühjahrsstürmen“, berichtet Stefan Lubos vom zuständigen Forstamt Oberammergau.

Bei der Aufarbeitung der Sturmschäden sollte man aber eines nicht außer Acht lassen: nämlich die Sicherheit. Vor allem dort, wo noch Schnee liegt, drohe Gefahr. Das sollte jeder Waldarbeiter bedenken und notfall noch abwarten, rät Stefan Lubos.

Michael Gretschmann

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