Neue Gleise für die Fuchstalbahn

Schongau - DB Netz-AG tauscht komplette Gleisanlagen zwischen Landsberg und Schongau aus.

Einer, der sich über diese Baumaßnahme offen und ehrlich freut, ist Tyll-Patrick Albrecht. Denn für den Vorsitzenden und alle Mitglieder der Initiative Fuchstalbahn ist die Gleissanierung ein weiterer Schritt auf dem Weg, eine Reaktivierung der Fuchstalbahn, also des Schienen-Personenverkehrs zwischen Landsberg und Schongau, zu erreichen.

„Für uns ist das natürlich super“, sagt Albrecht, angesprochen auf die Leistungen der DB Netz AG, der fast die gesamten Schienennetze im Land gehören. „Die Summe, die das Unternehmen für die Gleissanierung ausgibt, würde bei einer Reaktivierung der Fuchstalbahn natürlich wegfallen“, frohlockt er. „Das reduziert den Investitionsbedarf für eine mögliche Wiederinbetriebnahme der Verbindung.“

Denn, so führt Albrecht weiter aus, eine Reaktivierung der Strecke wäre nach Signalen aus der Politik durchaus möglich, „wenn jemand in die Infrastruktur investiert“. Und das tut die Bahn jetzt - obwohl sie die Strecke natürlich nicht mehr betreiben will. Aber ein frisch sanierter Gleisbestand macht die Strecke Landsberg-Schongau für potentielle Interessenten und Investoren sicher um ein Vielfaches interessanter.

Konkret werden durch die DB Netz AG, eine Tochterfirma der Deutschen Bahn, derzeit „auf der Strecke zwischen Landsberg und Schongau - beginnend im Landsberger Bahnhof - die Gleisanlagen vollständig erneuert“, wie eine Bahnsprecherin auf Nachfrage bestätigt. Die Arbeiten umfassen nach ihren Worten sowohl die Gleise als auch die Schwellen und den Schotter-Untergrund.

„Da die Strecke Landsberg-Schongau ausschließlich von Güterzügen befahren wird, ist der Personenverkehr von dieser Maßnahme nicht betroffen“, führt die Bahnsprecherin weiter aus. „Die Güterzüge, die von und nach Schongau verkehren, werden während der Baumaßnahme über die Kaufering, Geltendorf und Weilheim nach Schongau umgeleitet.“

So gut wie fertiggesellt sind die neuen Gleisanlagen bereits zwischen Landsberg und Schongau. Ob die weiteren Gleise bis in den Bahnhof Schongau heuer auch noch ausgetauscht werden, ließ die Bahnsprecherin offen. Nach den Worten von Tyll-Patrick Albrecht ist diese Maßnahme aber erst im kommenden Jahr geplant. „Dann wäre der gesamte Gleiskörper der Fuchstalbahn erneuert, was eine große Einsparung für die Reaktivierung darstellen würde.“

Problematisch bleiben laut Albrecht aber die Bahnübergänge, die Signaltechnik für Zugkreuzungen in Denklingen sowie Bahnsteige und Park&Ride-Plätze vor allem in Hohenfurch und Denklingen. „Hier müssten die beteiligten Landkreise und Gemeinden nach Abzug von Fördergeldern von Bund und Land noch rund 30 Prozent der Kosten tragen, um eine Reaktivierung für den Personenverkehr zu ermöglichen.“

Wie berichtet, ist auf politischer Ebene jüngst wieder offen über eine Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke der Fuchstalbahn gesprochen worden, als Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl einen Brief an den Bernrieder FDP-Bundestagsabgeordneten Klaus Breil geschrieben hatte. Darin hatte Gerbl für eine Wiederaufnahme der Fuchstalbahn geworben und den Automobil-Zulieferer Hirschvogel in Denklingen mit ins Spiel gebracht: Würden viele der rund 3000 Mitarbeiter am Standort in Denklingen statt des Autos die Fuchstalbahn nutzen, käme man auf die von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft in einer Stellungnahme geforderten 1000 Fahrgäste pro Werktag.

Denn diese sind die zweite Voraussetzung für eine Reaktivierung der Fuchstalbahn - neben der Investition in die Infrastruktur-Herstellung.

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