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Die Blaskapelle Altenstadt nimmt heuer zum ersten Mal am Oktoberfestzug in München teil.

Oktoberfest 2017

Musiker und Trachtler beim Wiesn-Festzug

Schongau/München – Traditionell findet am morgigen Sonntag, dem ersten Wiesensonntag, der Trachten- und Schützenzug in München statt. Im Jahr 1835 wurde der Festzug zum ersten Mal vollzogen und ist seit 1950 ein fester Bestandteil des alljährlichen Oktoberfestes.

Rund 9500 Teilnehmer ziehen von der Maximilianstraße durch die Münchner Innenstadt bis hin zur Theresienwiese. Die sieben Kilometer lange Strecke treten Trachten- und Musikgruppen aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, Italien, Polen, Kroatien und der Schweiz an. Dadurch bekommen die Zuschauer eine Vielfalt an Trachten und Volkstänzen zu sehen. Angeführt wird der Festzug von dem Wahrzeichen der Stadt München, dem Münchner Kindl.

Bis spätestens Mitte Januar dieses Jahres musste eine schriftliche Bewerbung eingereicht werden. Die Zusage für die Teilnahme erhielten die Gruppen im März.

Auch vier Vereine aus dem Schongauer Land nehmen an dem traditionellen Festzug am Sonntag teil und zeigen dort ihre Tracht.

Die Altenstadter Blaskapelle ist nicht zum ersten Mal bei der Veranstaltung dabei. Die letzte Teilnahme ist jedoch schon lange her – das war am 30. September 1934. „Schon seit längerem haben wir uns überlegt, noch mal mitzumachen“, erklärt der erste Vorstand Lukas Strobl. Insgesamt 35 Vereinsmitglieder der Blaskapelle werden den Weg antreten, wobei alles perfekt sein muss. Viele neue Hüte wurden bestellt, denn auf eine einheitliche Kleidung wird viel Wert gelegt. Die vorgegebenen Lieder wurden fleißig geübt und bei einer Generalmarschprobe wurde alles genaustens einstudiert, sodass am Veranstaltungstag nichts mehr schief gehen kann. Die Teilnahme am Festzug ist kostenlos, wie Strobl mit dem Satz „Man spielt für die Ehre“ deutlich macht. Mit der Zugnummer 45 nehmen sie teil. Nach dem Umzug sind Plätze mit freien Getränken und freiem Essen im Hackerzelt für die Altenstadter reserviert.

„Wir haben auch schon Absagen für den Festzug bekommen“, gibt der erste Vorstand Franz Hückl der Blaskapelle Böbing zu. Seit 1980 sind sie fast jedes Jahr dabei und auch dieses Mal hat es wieder funktioniert. Der Festumzug gilt für die Blaskapellenmitglieder als Highlight des Jahres. „Es ist toll, durch die imposanten Häuserreihen zu marschieren“, erzählt Hückl begeistert. 50 Personen der Blaskapelle werden bei der Zugnummer 56 mitmarschieren. „Die fünf Märsche wurden davor in drei Marschierproben intensiv geübt“, erklärt Franz Hückl die nötigen Vorbereitungen. Als Belohnung warten reservierte Plätze im Paulaner Zelt mit Essen und Getränken auf die Böbinger Musiker. Anschließend fahren sie gemeinsam mit einem Bus zurück nach Hause.

Auch der Trachtenverein „Schnalzbergler“ von Böbinghat sich zu einer Teilnahme am Trachten- und Schützenfestzug entschlossen. Trotz der Absage im letzten Jahr ließen sie sich nicht unterkriegen und freuten sich umso mehr, dass dieses Jahr eine Zusage kam. „Zwei Mal hat unser Verein schon am Zug teilgenommen, doch das ist schon zu lange her. Wir wollten das wieder einmal machen“, erklärt Stephan Schmid, der erste Vorstand. Im Festzug schließt sich der Trachtenverein der Blaskapelle an. Die 50 Mitglieder präsentieren dabei verschiedene Trachten. Ob schwarz oder bunt, kurz oder lang, wichtig ist dabei, in Volltracht zu erscheinen. Im Augustinerzelt wird im Anschluss die Teilnahme gefeiert.

Zum zweiten Mal wird der Schützenverein Wildsteig Teil des Festzuges in München sein. Beim Bayerischen Sportschützenbund zieht die Gruppe unter der Nummer 35 mit. Ihre erste und bislang einzige Teilnahme fand im Jahr 1986 statt. „Nach über 30 Jahren wollen wir nun wieder teilnehmen“, erläutert der Schützenmeister Josef Klein die Entscheidung des Vereins. Rund 50 Wildsteiger Schützen achten darauf, dass ihr komplettes Auftreten stimmig erscheint. An anderen Festzügen teilzunehmen gilt als zusätzliche Übung für den besonderen Tag. „Die Strecke von sieben Kilometern ist viel länger als unsere üblichen Züge und deshalb eine neue Herausforderung für unseren Verein“, so Klein. Nachdem alle diese Hürden gemeistert sind, geht es auf die reservierten Plätze im Schützenzelt, wohlverdient mit Essen und Getränken.

Mit Sicherheit wird der Trachten- und Schützenzug in München ein voller Erfolg für die vier Vereine aus dem Schongauer Land. Der Grund für ihre Teilnahme ist ganz klar: Die Tradition aufrechterhalten.

Miriam Schäfer

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