Dr. Ulla Henning ist eine von zwei Ärztinnen im „Palliahome“-Team. gierig

Pflege zuhause: Guter Start für den Verein "Palliahome"

Weilheim/Schongau - Der Anfang ist gemacht: Seit fünf Monaten gibt es den Verein „Palliahome“ im Landkreis Weilheim-Schongau, der sich um die Betreuung schwer- und unheilbar kranker Menschen kümmert.

Der Anfang ist gemacht: Seit fünf Monaten gibt es den Verein „Palliahome“, der sich um die Betreuung schwer- und unheilbar kranker Menschen kümmert. Bislang haben über 70 Patienten die Betreuung in Anspruch genommen - mehr als erwartet.

„Die Not ist groß“, sagt Dr. Ulla Henning, eine von zwei Ärztinnen im Team. Was ihr und den Frauen des Vorstands noch aufgefallen ist: Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und den Krankenhäusern, die die Patienten überweisen, laufe sehr gut. Man wolle niemandem Konkurrenz machen. Das Spendenaufkommen - ohne das kann der Verein langfristig nicht überleben - ist höher als erwartet: Bisher gab es über 100 Einzelspenden, die höchste betrug 16 000 Euro (für ein Auto). Auch die Zusammenarbeit mit dem ambulanten Hospizverein sowie im Team selbst - Vorstand, Ärzte und Pflegerinnen - klappe hervorragend. Gerade Letzteres sei wichtig, um die mitunter auch belastende Arbeit verkraften zu können. Jede Woche gibt es eine Teamsitzung, bei der über die Fälle und die Zusammenarbeit gesprochen wird.

Es gibt aber auch Probleme: Während die meisten Krankenkassen durchaus großzügig bei den Abrechnungen seien, gebe es eine Kasse, die Schwierigkeiten bereite. „Die geben uns immer das Gefühl, wir würden sie bescheißen wollen“, sagt ein Mitglied des Vorstands, das nicht genannt werden will. Auch der Verwaltungsaufwand sei höher als erwartet, dafür gibt es zwei Halbtagskräfte, die zusätzlich als Pflegerinnen arbeiten. Ein weiteres Problem sind die Entfernungen: Das Einsatzgebiet umfasst derzeit den Landkreis Weilheim-Schongau mit Tutzing und Feldafing sowie den Raum Murnau. Aber: Bis Ende kommenden Jahres muss der Verein eine Palliativversorgung mit Notdienst rund um die Uhr zusätzlich auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aufgebaut haben.

Die spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) ist derzeit bayernweit im Aufbau. Der Landkreis zählt dabei zu den Vorreitern auf dem Lande. Von den bislang über 70 Patienten wurden fünf länger als drei Monate betreut, durchschnittlich sind es zwölf Tage. Ihr Alter liegt zwischen 28 und 90 Jahren. Die SAPV versteht sich als Alternative für Schwerkranke, die nicht ins Krankenhaus und lieber zu Hause gepflegt und betreut werden wollen. Dabei geht es nicht um Heilung, sondern um Schmerzlinderung. „Der Wille des Patienten steht an oberster Stelle,“ sagt Gisela Klotz, die unter anderem für die Koordination mit dem ambulanten Hospizverein zuständig ist.

Der Verein „Palliahome“ als Träger des Angebots ist reine Frauensache - sowohl Vorstand als auch Einsatzteam. „In der Satzung steht, dass keine Männer mitmachen dürfen“, sagt Lissi Schmid (Hospizverein und Palliahome) scherzhaft. Die Frauen hoffen nun, dass beim Aufbau des Angebots im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auch Männer mit dabei sein werden.

Kontakt: Das SAPV-Team hat sein Büro in Polling am Kirchplatz 3 und ist unter Telefon 0881/9270 1630 zu erreichen. E-Mail: info@palliahome.de.

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