Rund 20 Rettungskräfte kamen zum Einsatz in die Alte Post nach Böbing – und blieben bis Stefano befreit war. foto: herold

Porca miseria: Ringfinger in Küchenmaschine eingequetscht

Böbing - Eine schmerzhafte Erfahrung mit der Küchenmaschine hat am Samstagabend um 18 Uhr Stefano Andriulo (20) vom Gasthaus Alte Post in Böbing gemacht. Ob der Finger noch dran ist:

Porca miseria! Verflucht nochmal, wie konnte denn das passieren?

Mit dem Ringfinger hatte sich der 20-Jährige in dem Gerät verfangen und war eingeklemmt. Das gute Stück ist aber noch dran. „Nur“ Quetschungen hat Stefano an seiner Hand davongetragen.

„Normalerweise kommt man mit den Fingern da gar nicht rein. Da kann gar nichts passieren“, schimpft Vater und Wirt Giovanni Andriulo. „Das ist wie wenn man sich vor ein fahrendes Auto wirft - total dumm.“ Eigentlich ist Stefano von Beruf Zimmerer. Doch wenn es die Zeit zulässt, hilft er im Restaurant. „Wir sind nunmal ein Familienbetrieb, da arbeitet jeder mit“, so Papa Andriulo.

Offenbar wollte Stefano den Pizzateig noch etwas tiefer in die Maschine schieben. Dabei geriet er mit dem Finger unter die Rolle der Teigknetmaschine - und blieb stecken. Zuerst versuchten die Andriulos noch selbst, Stefano zu befreien. Erfolglos, die Rolle hatte den Finger fest im Griff. „Also mussten wir doch Hilfe rufen“, erzählt der Wirt. Doch mit dem Aufgebot an Rettungskräften hatten die Andriulos nicht gerechnet. Die Feuerwehren Böbing und Rottenbuch, der Rettungsdienst aus Hohenpeißenberg und ein Notarzt aus Schonau machten sich auf in die Alte Post, um den Italiener zu befreien. Mit dabei auch Bürgermeister Peter Erhard und seine Frau Michaela von den First Responder Böbing. „Die Befreiungsaktion hat rund 20 Minuten gedauert. Wir waren ja froh, dass nicht mehr passiert ist“, so Erhard. Trotzdem haben die Helfer gewartet, bis Stefano von der Maschine getrennt worden war.

„Ich war ziemlich hilflos, konnte mich ja nicht vom Fleck bewegen und dann noch die ganzen Leute.“ Ach ja, und „saumäßig“ weh getan hat ihm sein Finger natürlich. Schmerzen, die Stefano aber in dem Moment gar nicht so wahrnahm. „Ich wollte da nur noch raus“, sagt er. Das Verzwickte an der Geschichte: Die Rolle ließ sich überhaupt nicht ausbauen, Stefanos Finger musste also rausgezogen werden. Damit das aber überhaupt ging, musste der Notarzt erst einmal etwas gegen die Schmerzen tun. Die bittere Pille schluckte der 20-Jährige gern: „Ich habe dann zum Glück gar nichts mehr gespürt.“

Mit dem Krankenwagen ging es für Stefano erst einmal ins Unfallkrankenhaus Murnau. Nichts gebrochen, zeigten die Röntgenaufnahmen. Am selben Abend durfte der 20-Jährige auch schon wieder Heim nach Böbing - mit einem dicken Verband. Weil seine Hand noch grün und blau ist, wird Stefano seinen Kollegen in der kommenden Tagen wohl nur zuschauen. „Ansonsten ist er aber wieder pumperlgesund“, so Papa Andriulo.

Sabine Krolitzki

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