Rathausvize Joseph Schuster will die Nummer eins werden

Burggen - Burggens zweiter Bürgermeister Joseph Schuster ist am Dienstag zum Bürgermeisterkandidaten der Bürgerliste gewählt worden.

Schuster wird am 2. März gegen Georg Kirchhofer antreten, den die Unabhängige Wählergemeinschaft tags zuvor zu ihrem Kandidaten gekürt hatte. Um die Nachfolge von Bürgermeister Hans Selzle bewerben sich damit zwei Gemeinderäte, deren Verhältnis nicht als freundschaftlich gilt. Zur Erinnerung: Im September hatte Kirchhofer den Rathausvize während einer Gemeinderatsdebatte zum WM 6-Ausbau vor knapp 70 Zuschauern öffentlichkeitswirksam zum Rücktritt aufgefordert. Doch der Eklat soll keinen Einfluss auf den Wahlkampf haben, versichert Schuster auf Anfrage. "Von meiner Seite aus wird es keine Angriffe auf der persönlichen Ebene geben." Auch Kirchhofer erklärte gestern: "Ich werde natürlich einen fairen Wahlkampf führen."

Schuster betonte, dass er keinesfalls aus persönlichem Ehrgeiz kandidiere. "Am Sonntag wurde ich von den Mitgliedern der Bürgerliste dazu gedrängt. Da konnte ich mich nicht verschließen."

Was will die Bürgerliste bis 2014 im Dorf bewegen? Bei der Aufstellungsversammlung im Feuerwehrhaus ­ der übrigens auch die Unabhängigen Georg Kirchhofer, Hans Baumer und Anton Eirenschmalz sowie der Tannenberger Gemeinderat Albert Bißle beiwohnten ­ nannte Schuster den Umweltschutz als Ziel: "Wir werden ein waches Auge auf die Ausweitung der Erbenschwanger Mülldeponie haben."

Auch für das ungenutzte "Roater-Haus" im Ortszentrum, das die Gemeinde vor rund zehn Jahren gekauft hat, brachte Schuster ein Konzept vor: Neben einer Apotheke und Massageräumen soll ein Mittagstisch für Schüler und Senioren ins Haus kommen. Schuster: "Langfristig ist dort auch betreutes Wohnen denkbar." Die Bürgerliste will außerdem eine Erweiterung des Kindergartenagebots für Alleinerziehende und Berufstätige.

Thema war auch der geplante WM 6-Ausbau. "Wir werden dafür kämpfen, dass das Tempolimit bei Engenwies auch nach dem Ausbau bleibt und der Ortseingang verkehrsberuhigt wird."

Außerdem befürwortet die Bürgerliste das Gewerbegebiet nahe der Deponie. Der Gemeinderat hat bereits die Pläne für die Photovoltaikanlage des ortsansässigen Investors Markus Höfler abgesegnet. Auch Höfler war Gast der Aufstellungsversammlung. "Wir konnten ihn aber nicht für eine Kandidatur gewinnen", bedauerte Schuster.

Im Vorfeld der Versammlung standen 17 Bewerber fest. Noch am Dienstagabend ließen sich sieben weitere Bürger zu einer Kandidatur überreden, darunter Diana und Anni Hölzle sowie Wolfgang Kosian. Neben Schuster treten erneut die Gemeinderäte Margot Frerking-Ehlich, Dr. Stefan Schnack und Rudolf Fischer an. Ein Ratsmitglied hat der Bürgerliste allerdings den Rücken gekehrt: Franz Soffa kandidiert auf Listenplatz eins der konkurrierenden Unabhängigen Wählergemeinschaft. Schuster zeigte sich überrascht: "Ich habe angenommen, dass er sich aus der politischen Arbeit zurückziehen will." Soffas Beweggründe bleiben unklar: Auch auf mehrfache Nachfrage war der Spitzenkadidat gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Kandidaten:

1. Joseph Schuster, 2. Dr. Stefan Schnack, 3. Wolfgang Lory, 4. Sigrun Kögel, 5. Gabriele Höfler, 6. Willibald Leonhart, 7. Leo Walters, 8. Andreas Dusanek, 9. Daniel Schnack, 10. Maximilian Kögel, 11. Hildegard Höfler, 12. Rainer Ulbrich, 13. Michael Brauchle, 14. Konrad Schindler, 15. Angela Finkenzeller, 16. Martina Gebler, 17. Wolfgang Kosian, 18. Walburga Bram-Kurz, 19. Georg Nägelein, 20. Diana Hölzle, 21. Anni Hölzle, 22. Eduard Hofmann, 23. Rudolf Fischer, 24. Margot Frerking-Ehlich.