Testfahrt mit dem Zug. Der Kundenberater der Bayerischen Regionalbahn, Dominik Spengler, schiebt Martina Tremer über die im Zug mitgeführte Klapprampe in den Triebwagen. Das Vorgehen beobachten (von links) Marianne Trepte, Renate Weihtrager-Degutsch, Triebfahrzeugführer Björn Simonsen und Franz Reich. Foto: herold

Rollstuhlfahrer testen die neue Regiobahn

Schongau - Eine Gruppe von Rollstuhlfahrern und Behinderten war mit der Bayerischen Regiobahn von Schongau nach München unterwegs, um auszuloten, wie behindertengerecht die Bahn ist.

„Die Eisenbahn soll für alle da sein“ – diese Prämisse hat Severin Dünnbier, Betriebsleiter bei der Bayerischen Regiobahn GmbH, ausgegeben. Deshalb seien alle Regio-Züge mit Rollstuhlfaltrampen und behindertengerechten Toiletten ausgestattet.

Martina Tremer aus Hohenfurch, auf den Rollstuhl angewiesen, hat zusammen mit zwei anderen „Rollifahrern“ und Behinderten die Probe aufs Exempel gemacht. Was schon am Bahnhof in Schongau aufgefallen ist: Dort gibt es keine rollstuhlgerechten Toiletten, und der eine Behindertenparkplatz vor dem Bahnhof ist als solcher schlecht erkennbar, weil kein Hinweisschild vorhanden ist (nur eine weiße Markierung am Boden). „Die Zufahrt zu den Gleisen ist jedoch kein Problem“, berichtet Tremer.

Über eine stationäre Rampe, die auf Wunsch sofort ausgelegt wird, können Rollstuhlfahrer bequem in den Zug einfahren. „Die Rampe ist allerdings nicht flach genug, da ist man auf fremde Hilfe angewiesen“, hat Martina Tremer festgestellt. Ein Druck auf den grünen Knopf an der Außenseite des Waggons genügt jedoch, und schon ist das Zugpersonal informiert und greift helfend ein. „Wir Rollstuhlfahrer sind ganz freundlich aufgenommen worden“, äußert sich Martina Tremer lobend über die Bayerische Regiobahn.

Und was noch ein großer Vorteil ist: „Jetzt kann man die Tickets im Zug lösen. Früher war das nur am Bahnhofsschalter möglich“, erinnert sich Martina Tremer.

Voll des Lobes sind die Behinderten auch über die Toiletten in der Regionbahn. „Die sind auch für Rollstuhlfahrer zugänglich“, erklärt Martina Tremer. Früher hätten Rollifahrer überhaupt keine Chance gehabt, die Zugtoiletten aufzusuchen.

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