Fritz Raab (Peiting), EVA-Geschäftsführer

Rote Karte für schwarze Schafe

Weilheim-Schongau - An manchen Sammelplätzen für Altkleider im Landkreis sieht es wüst aus. Schuld daran ist jedoch nicht der Müllentsorger des Landkreises, die EVA GmbH, sondern private Unternehmen, die etwas vom Kuchen abholen wollen, sagt EVA- Geschäftsführer Fritz Raab.

-Wie funktioniert im Landkreis die Altkleidersammlung, wo kann man Altkleider abgeben?

Tragfähige Altkleider kann man an den Wertstoffhöfen der EVA kostenlos abgeben oder in einen der 83 öffentlich aufgestellten Behälter der „Aktion Hoffnung“ einwerfen, mit wir zusammenarbeiten. Die Behälter sind eindeutig gekennzeichnet.

-Ist die Sammlung eigentlich ein gutes Geschäft, sollte man sie nicht privaten/gemeinnützigen Organisationen überlassen?

Mittlerweile ist die Sammlung wieder ein gutes Geschäft. Die günstige Marktlage macht sich auch darin bemerkbar, dass immer mehr Firmen daran verdienen möchten und daher Sammelbehälter einfach im öffentlichen Straßenraum aufgestellt werden - ohne Genehmigung. Die EVA hat dagegen von Anfang an und ununterbrochen mit einer gemeinnützigen Institution zusammengearbeitet, der „Aktion Hoffnung“ der Diözese Augsburg. Diese Zusammenarbeit soll mit weiteren gemeinnützigen Einrichtungen ausgebaut werden. Das neue Abfallgesetz regelt noch klarer, dass Wertstoffe aus privaten Haushalten öffentlich-rechtlichen Entsorgern zu überlassen sind.

-Wie viel Tonnen sammelt die EVA pro Jahr eigentlich, was passiert mit den Altkleidern, was passiert mit dem Geld?

2011 haben wir mehr als 4,3 Kilogramm je Landkreisbürger und damit über 570 Tonnen an Altkleidern erfasst. Die Zahl für 2012 ist noch nicht bekannt.

-Was passiert mit den Altkleidern/Schuhen, die nicht verwertet werden können?

Nicht mehr tragfähige Kleidung und Schuhe werden als Abfall zur energetischen Verwertung entsorgt.

-Sie haben im Kreisausschuss über die Zustände an den Containersammelplätzen geklagt, woran liegt das?

Nein, nicht an den Containerstandplätzen der EVA, sondern über das Verhalten manch unseriöser privater Firma, die - und das möchte ich betonen - nicht aus unserem Landkreis bzw. unserer Region stammen. Diese Firmen stellen ohne die seit Juni 2012 erforderliche Anzeige widerrechtlich Sammelbehälter auf; diesem Agieren zeigen wir die rote Karte. Die Bürger sollen ihre wertvollen Altkleider unserem Sammelsystem zuführen, denn mit den Erlösen werden die Gebühren stabilisiert.

-Was soll sich konkret ändern?

Momentan werden in weiteren Gemeinden neue Altkleidersammelbehälter aufgestellt. Außerdem erarbeiten wir als EVA GmbH gerade ein Konzept für eine Straßensammlung.

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