Großbrand in Oberau: Anwohner sollen Fenster und Türen schließen

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Schon mit dem bloßen Auge kann Schongaus Friedhofswärter Herbert Jungandreas sehen, dass dieser Grabstein auf dem Waldfriedhof leicht schief steht.

Rütteln für die Sicherheit

Schongau - Gerade zu Allerheiligen steht für die Städte und Gemeinden der Region die Sicherheit besonders der Grabsteine im Vordergrund. Grabstein-Prüfung nennt sich dieses Procedere.

Vorsichtig setzt Herbert Jungandreas das Messgerät an den marmornen Grabstein an, um dann mit ganzer Körperkraft gegen den Stein zu drücken. „Entweder wir machen es so wie jetzt mit Hand und Körpereinsatz, oder wir nutzen den modernen Kipptester“, sagt der Schongauer Friedhofswärter.

„Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, einmal im Jahr die Standsicherheit aller senkrecht stehenden Grabsteine zu prüfen“, erklärt dazu Reinhold Jaser, Bürgerservice-Leiter im Schongauer Rathaus. „In der Regel wird dies im Frühjahr möglichst zeitnah nach der Frostperiode gemacht, damit man eventuelle Schäden durch den im Winter gefrorenen Boden frühzeitig entdecken und schnell beheben kann.“ In anderen Gemeinden wird diese sensible Aufgabe irgendwann im Jahresverlauf erledigt.

„Bei dieser Rüttelprobe durch unseren Friedhofswärter gibt es immer mal wieder Beanstandungen“, berichtet Erika Fichtel, bei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Bernbeuren zuständig für den Gräberunterhalt. „Deshalb wird jeder Stein dabei genau unter die Lupe genommen, und bei Beanstandungen werden die Mängel notiert und der Grabbesitzer informiert“, führt sie weiter aus.

„Über die Jahre haben die entsprechenden Mitarbeiter gewisse Erfahrungswerte und wissen, wann es bei einem Grabstein kritisch wird“, weiß Bernhard Ditschek vom Peitinger Bauamt. Und so komme es immer mal wieder vor, dass ein Grabstein wegen Schieflage oder Standunsicherheit beanstandet wird. „In solchen Fällen sperren wir dann das entsprechende Grab weiträumig ab, schreiben den Besitzer an und warten, bis dieser den Schaden etwa durch einen Steinmetz behoben hat.“ Nur wenn akute Umsturzgefahr bestehe oder der Besitzer nicht auf das Schreiben reagiere, „legen wir den Stein eigenhändig um“.

Laut Reinhold Jaser sind die jährlichen Grabstein-Prüfungen „reine Sicherheitsvorkehrungen seitens der Verwaltung und dienen der Sicherheit der Friedhofsbesucher“. „Bei uns war aber noch nie etwas Auffälliges“, erklärt er weiter. Unfälle oder gar Verletzte durch umgefallene Grabsteine seien ihm nicht bekannt.

Das liegt nach den Worten von Schongaus Friedhofswärter Herbert Jungandreas vor allem daran, dass auf dem Schongauer Waldfriedhof hauptsächlich „jüngere“ Gräber angelegt sind, bei denen die senkrecht stehenden Steine von Haus aus in den Fundamenten mit starken Dübeln gesichert sind. „Auf dem Stadtfriedhof sieht das schon wieder anders aus, dort gibt es vorwiegend ältere Gräber, bei denen auch die Fundamente schon recht alt, brüchig oder gar gänzlich hinüber sind.“ Und weiter: „Aber Unfälle „hat es zum Glück noch nicht gegeben.“

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