Gute Ideen und viel zu diskutieren hatten die Gemeinderäte, als Stefan Storf den Verlauf und die Stationen de „Sachsenrieder Bähnle“ in und um Ingenried vorstellte. foto: seelig

"Sachsenrieder Bähnle" macht in Ingenried Halt

Ingenried - Drei Stationen haben die Planer des interaktiven Radlwegs in und um die Gemeinde vorgesehen. Wie das genau aussehen soll:

„Das ist alles nur ein Vorschlag, so wie wir uns das gedacht haben, wir sind aber für Vorschläge offen“, stellte Storf gleich zu Anfang klar. Kurz und knapp erklärte der junge Mitarbeiter von Reinhard Walk, der die treibende Kraft dieses Projekts ist, anhand von Karten, Plänen und Bildern, wie die fertige Strecke verlaufen und aussehen soll. Und er forderte die anwesenden Räte, indem er gute Ideen anderer Gemeinden vorstellte. So wollen beispielsweise die Stöttwanger in Eigenleistung aus einem bereits vorhandenen Bushäuschen einen Bahnhof nach Originalplänen bauen. Die begeisternde Art des Geographie-Studenten riss auch die Ingenrieder Gemeinderäte mit, und prompt sprudelten die Ideen: So könne man doch bei der ersten Station, dem Schotterdamm, auf einen alten Forstwaggon Ruhebänke bauen, oder beim Halt Ingenried Nord ein aus Metall gelasertes Alpenpanorama aufstellen. Bürgermeister Xaver Fichtl bremste die Planungseuphorie seiner Räte etwas, indem er den Einwurf brachte: „Wir müssen auch immer überlegen, wie hoch der Pflegeaufwand der Stationen für uns ist.“

Aber noch mussten sich die Ingenrieder nicht endgültig entscheiden, und können auch die nächsten Wochen noch Ideen sammeln. Was ihnen allerdings sauer aufstieß, war der Vorschlag der Planer am Halt Ingenried Nord: Dort hatten sie vorgesehen eine Infotafel zum Thema „Das Bähnle und die Bergwerke“ anzubringen, wobei jedoch ausschließlich der Ort Peißenberg genannt werden sollte, „weil man von dort einen so schönen Blick auf den Hohenpeißenberg hat, und das Bergwerk dort eigentlich der Hauptgrund für den Bau der Bahnstrecke war“, versuchte Storf den Anwesenden die Idee schmackhaft zu machen. Doch da stieß er auf wenig Gegenliebe. „Das kann ja in ein oder zwei Sätzen erwähnt werden, aber in erster Linie sollte es schon um Ingenried gehen“, zeigte sich der Bürgermeister unnachgiebig. Sein Vorschlag war, die wirtschaftliche Bedeutung des Bähnles für Ingenried in den Vordergrund zu stellen, beispielsweise den Viehtransport, die Stückgutabfertigung und die Anlieferung des Grubenholzes aus dem Sachsenrieder Forst.

Dem stimmten die Gemeinderäte und auch Stefan Storf zu, der eifrig mitschrieb und allen versprach, bis kommenden Montag einen neuen Tafeltext vorzulegen. Einstimmigen Zuspruch gab es für die Pläne, in der Ortsmitte eine neue große Karte anzubringen, auf der der neue Radweg eingezeichnet ist, und die Idee, am Schotterdamm auf zehn Metern die Bahnlinie wieder sichtbar zu machen, mit Schotter, Schwellen und Schienen. Auch vom Spielelement mit (wenn möglich) originalen Bahnsignalen waren alle begeistert.

Was genau und wie alles umgesetzt wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen, denn Reinhard Walk und sein Team wollen spätestens im Juni mit der Verwirklichung beginnen. Christine seelig

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