Häufig begegnet man Menschen, die lieber schniefen, anstatt sich die Nase zu putzen. Da kommt natürlich die Frage auf: Was ist besser? SymbolFoto: Maurizio Gambarini/DPA Es kommt auf die richtige Technik an

Im Gesundheits-Check

Schnäuzen oder Schniefen – was ist besser?

Die ständig wechselnden Temperaturen ziehen häufig eine Erkältung mit sich. Damit verbunden begegnet man oft Menschen, die ständig schniefen, anstatt sich die Nase zu putzen. Doch was ist besser: Schnäuzen oder Hochziehen? Die Heimatzeitung hat dafür HNO-Ärzte aus dem Landkreis befragt.

Landkreis –Die Meinungen zum Thema „Schnäuzen oder Hochziehen“ gehen in der Bevölkerung auseinander. Doch auch die Spezialisten sind sich dabei nicht immer einig.

„Vom Grundprinzip gibt es da zwei Meinungen. Ich bin aber klar für das Schnäuzen“, erklärt Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. Wolf Benzel, der eine Praxis in Weilheim leitet. Bei jedem Schnupfen seien die Nasennebenhöhlen beteiligt und durch das Hochziehen „kann der Schleim auch in andere Atemwege gelangen“.

„Beim Schnäuzen entsteht ein Luftwirbel im Rachenbereich, wodurch weniger Viren in die Atemwege gelangen“, sagt Dr. Benzel. Eine Bronchitis sei damit wesentlich einfacher zu vermeiden. erklärt der Experte. Auch eine Nasendusche könne zur Optimierung verwendet werden, meint Dr. Benzel.

Auch Dr. Hans Kleinknecht, der seine eigene Praxis in Schongau führt, sagt, es sei der „alte Streit, was besser ist“. „Von physiologischer Seite her ist das Hochziehen die bessere Variante, denn dadurch entsteht in der Nasenhaupthöhle ein Unterdruck. Beim Schnäuzen entsteht ein Überdruck, der das Sekret wieder in die Nebenhöhlen zurück schiebt“, weiß der HNO-Experte aus Schongau zu berichten.

Das Schnäuzen sei „eigentlich eine Erfindung von Knigge“, da das Hochziehen „eben etwas rustikaler als das Verwenden eines Taschentuchs“ sei, meint Dr. Kleinknecht weiter.

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„Tatsächlich ist beides sowohl falsch als auch richtig“, meint HNO-Arzt Dr. Christian Lübbers aus Weilheim. Er betont, dass es auf die richtige Technik ankomme. „Wenn man beide Nasenlöcher beim Schnäuzen zuhält, entsteht ein zu großer Druck. Dadurch kommen die Keime in die Nasennebenhöhlen und können eine Entzündung auslösen“, erklärt Dr. Lübbers. Deshalb warnt er eindringlich davor, beide Nasenlöcher beim Schnäuzen gleichzeitig zuzuhalten, sondern immer nur abwechselnd einen Nasenflügel zuzudrücken, um nur auf der Gegenseite zu Schnäuzen.

Das Schniefen und Hochziehen sei grundsätzlich auch nicht verkehrt, da somit kein zusätzliches Sekret in die Nasennebenhöhlen komme. „Das Nasensekret und die darin enthaltenen Viren gelangen dann durch den Rachen in den Magen und werden dort von der die Magensäure unschädlich gemacht“, erklärt der Spezialist weiter.

„Beim Hochziehen entsteht aber auch ein Unterdruck im Ohr und kann bei dauerhaftem Anwenden zu Problemen mit den Ohren führen“, weiß der HNO-Spezialist. „Wichtig ist, dass man den Ohrdruck, der entsteht, wenn man die Nase hochzieht, dann bei freier wieder ausgleicht.“ Das funktioniere ähnlich wie im Flugzeug. Auch ein abschwellendes Nasenspray könne dabei hilfreich sein.

In einem Punkt sind sich die Ärzte aber alle einig: Es sollte darauf geachtet werden, dass nur Papiertaschentücher benutzt werden und man sich im Anschluss an das Schnäuzen die Hände wäscht.

Franziska Franz

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