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Schnelleres Internet: Kommunen rüsten auf

Weilheim-Schongau - Wie sieht es im Landkreis Weilheim-Schongau und im südlichen Landkreis Landsberg in Sachen Internetversorgung aus? Ein Überblick.

Wenn Breitbandmanager Bernhard Mentzel nach Feierabend einen Film über das Internet schauen möchte, „ist das eine einzige Wackelgeschichte“. Insbesondere dann, „wenn meine Nachbarn zur gleichen Zeit im Netz sind.“ Mit einer maximalen Übertragungsrate von 16 Mbit/s (16 000er Leitung/ADSL-Anschluss) habe man keine Chance, den Online-Movie störungsfrei zu Ende zu schauen. Filme, Videos und Online-Spiele sind ein Paradebeispiel für „die großen Kapazitätenfresser“, deren Datenmenge sich äußerst schwer durch Kupferkabel zu kämpfen weiß.

„Die Datenübertragung beim Kupferkabel ist beschränkt, weil die Bandbreite längenabhängig ist.“ Je mehr Weg, desto langsamer. Mittels Glasfaserkabel kann man dagegen sehr große Datenmengen in sehr hoher Qualität und ohne Geschwindigkeitsverlust herunterladen. Völlig gleich, wie weit das Haus des Empfängers vom Hauptverteiler bzw. von der Hauptleitung entfernt liegt. „Ein störungsfreies Filmeschauen ist mit einem Glasfaseranschluss kein Problem“, bekräftigt Mentzel.

Diesen Anschluss streben die Kommunen seit Wochen und Monaten im Zuge des vom Freistaat geförderten Breitbandausbaus an. Und damit den einzelnen Gemeinden in Sachen Fördersatz auch kein Cent durch die Lappen geht, steht ihnen Mentzel als auserkorener Breitbandmanager für den Landkreis Weilheim-Schongau mit Rat und Tat zur Seite. „Das ganze hat einen rechtlichen Rahmen, den es einzuhalten gilt. Es soll ja nicht an den Formalitäten scheitern.“

Für den technischen Ausbau sind die Kommunen dagegen selbst verantwortlich. „Sie beauftragen ein Planungsbüro mit Leuten vom Fach, die sich mit den Details sehr gut auskennen und Kontakt mit den Anbietern aufnehmen.“ Um auch hier wirtschaftlich vorzugehen, haben sich insbesondere kleinere benachbarte Gemeinden zusammengeschlossen. „Die interkommunale Zusammenarbeit ist ganz wichtig.“ Mit dem Vorteil, dass die Netzanbieter einen kostengünstigeren Ausbau ermöglichen. „Man könnte, einfach gesagt, von einem Mengenrabatt sprechen.“

Paradebeispiel für eine tolle Zusammenarbeit sind die sogenannten Auerberglandgemeinden. Gleich 13 Kommunen ziehen dort in Sachen Breitbandausbau an einem Strang, erhoffen sich so Ersparnisse, mit denen man eventuell auch kostenaufwendigere Glasfaserleitungen zu abgelegeneren Weilern finanzieren könnte.

Grundsätzlich komme man laut Mentzler im Zeitalter des Höher, Schneller, Weiter am Breitbandausbau nicht vorbei. „Gerade für Unternehmen ist das ein Überlebensfaktor.“ Trotzdem blickt er der ganzen Sache skeptisch entgegen. „Das Internet ist eine tolle und bequeme Sache, aber bei aller Euphorie: es birgt Risiken.“ Neben den Gefahren Wirtschaftskriminalität und Datenschutz stellt sich für ihn die Frage: „Wie nimmt das Internet Einfluss auf den Menschen?“ Gerade die Jugendlichen starren immer in jeder freier Sekunde auf ihr Smartphone - leben in ihrer eigenen - realitätsfernen? - Welt.

Johannes Schelle

Hinweis: Wer sich für das Förderprogramm des Freistaats Bayern interessiert, sollte einen Blick ins Internet auf die Seite www.schnelles-internet-in-bayern.de werfen. Wie es in den einzelnen Orten im Detail aussieht, kann man am Mittwoch in der Printausgabe lesen.

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