Die Schönach: Verbindung für fünf Orte und jetzt auch Kulturmeile

Altenstadt - Im Mittelpunkt zweier Ausstellungen steht in diesen Tagen die Schönach, die die Orte Schwabsoien, Schwabbruck, Altenstadt, Schwabniederhofen und Hohenfurch verbindet.

Die ganze Strecke zu Fuß abzulaufen, ist an einem Tag schlichtweg unmöglich. Mit dem Radl kann man es schaffen. Und wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich zumindest die Zeit für den ein oder anderen Spaziergang über saftig grüne Wiesen und vorbei an idyllisch gelegenen Bauerngehöften nehmen, immer begleitet von dem beruhigenden Rauschen fließenden Wassers. Es trifft sich gut, dass in jedem Ort auch eine malerisch gelegene Wirtschaft zum Verweilen und Verkosten heimischer Spezialitäten einlädt. Der perfekte Sonntagsausflug also für alle, die die kurzzeitige Schönach-Kunstperformance in vollen Zügen genießen wollen.

Beginnen sollte man an der Quelle, an der ein kleiner Parkplatz vorhanden ist. Wesentlich schöner ist es aber, am Feuerwehrhaus in Schwabsoien zu parken und dann über die Schönachbrücke hinter dem Dorfladen in den Mühlenweg einzusteigen. Ein viertelstündiger Weg entlang des Baches, der wildromantische Ausblicke bietet. Der Abstecher in das am Weg gelegene Hammerschmiede-Museum lohnt sich ebenfalls. Wer genau hinsieht, entdeckt auf dem Weg bis zur eingezäunten, aber begehbaren Quelle im Bachbett nicht nur zahlreiche, flinke Forellen, sondern auch die schlafende Jungfrau des Böbinger Bildhauers Josef Pleier.

Die zweite Station ist in Schwabbruck am Schäferwirt, wo die Skulptur „Wassergeister“ von Maria Hedrich und vielen fleißigen Helfern schon von weitem zu sehen ist. Dort führt der Weg über die Brücke bachabwärts, vorbei an dem von Markus Waldhör neu gestalteten Steg und am Badeplatz. An der nächsten Brücke wieder über den Bach und gleich die Einfahrt links zur Pfannenschmiede 2, wo neben verschieden Exponaten auch die Performance „Ach wie bin ich schön“ geboten ist.

Weiter geht es nach Altenstadt, wo auf jeden Fall der Besuch im neuen Bürgerzentrum in der Grundschule mit der Schönach-Geschichtsausstellung Pflicht ist. Nicht nur bezüglich Heimatkunde, sondern auch über die Geologie der Schönach kann man dort viel Interessantes erfahren. Kunstausstellungs-Organisator Stefan Walter empfiehlt, das Auto hier stehen zu lassen und den gut zweistündigen Weg an der Schönach nach Hohenfurch zu Fuß zu machen. Auf dem Weg liegt das neue Wahrzeichen Schwabniederhofens, ein riesiges, archaisch anmutendes Wasserrad, das Josef Demmler und Stefan Port auf den Zulauf zur Sägemühle gesetzt haben. Im Sägewerk auf der Insel ist eine Ausstellung untergebracht, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Weiter nach Hohenfurch, wo den Bach entlang der Hauptteil der Ausstellungsstücke zu sehen ist. Angefangen von einer Installation von Katharina Wörmann im Löschweiher, über Korbgeflechte von Anna Wendland bis hin zu „Dr. Woita Mabuses Hypnoserad“ und der Bachjungfrau von Stefan Walter, die auf den Karneval der Fische von der Kindergruppe des Gartenbauvereins blickt. Jenseits der Bundesstraße warten noch das Bachmännle von Dietrich Kothe, eine Skulptur von Leonhard Schlögel und eine Installation der Kindergartenkinder.

Den Bereich der Mündung, der im Landschaftsschutzgebiet liegt, haben die Verantwortlichen bewusst ausgespart. Wer sich trotzdem bis dorthin fortwagt, wird mit einem fantastischen Blick auf den Lech und ein natürliches Kunstwerk belohnt. Allerdings sollte man dazu schwindelfrei, geländesicher und gut zu Fuß sein, da der Trampelpfad auf einem Grad entlangführt und schließlich steil abfällt. Oder man macht es wie der Bartl Kees aus Hohenfurch, der sich anlässlich seiner Arbeiten zur Geschichtsausstellung einen lang gehegten Kindertraum erfüllte und barfuß im Wasser wanderte.

Ursula Fröhlich

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