Schongauer Sommer: "Faust"-Premiere

Schongau - Mit einem beachtlichen Aufgebot an Personal - nämlich rund 200 Mitwirkenden bietet "Faust - das Experiment" vor allem was fürs Auge. Das neue Werk des Schongauer Sommers ist gelungen.

Kindermund tut Wahrheit kund. „Es war luschdig und da Deife hat mir am besten g’falln“, meinte der zwölfjährige Peter auf Befragen nach der Premiere des diesjährigen Festspiels „Faust - das Experiment“ am Samstagabend vor der malerischen Kulisse des Bürgermeister-Schaegger-Platzes.

Bilder der "Faust"-Premiere

Schongauer Sommer: "Faust"-Premiere

Goethes Faust: Eine der berühmtesten und meistzitierten Tragödien der Weltliteratur. Standard-Material im Deutschunterricht, an dem sich Scharen von Dramaturgen und Regisseuren versucht haben. Der alles bietet, was gutes Theater an großen Gefühlen braucht. Himmel und Hölle, Liebe, Triebe und Tod. Ein Stück, das die Traumrolle schlechthin für jede Schauspielerin beinhaltet: Das „Gretchen“. Ein Thema, das Raum für viele Interpretationen bietet.

Goethe, der mit der Geschichte einen historischen Stoff aufgegriffen hatte, übte mit dem Stück Kritik am herrschenden Ständesystem und der Wissenschaft. Dass es schwierig werden dürfte, diesem komplexen und bekannten Schauspiel noch irgendwelche neuen Facetten abzuringen, war Regisseur Helmut Gehlert sicher klar. Er beschränkte sich deshalb auf die Kerngeschichte.

Faust, ein des Lebens überdrüssiger Wissenschaftler, wendet sich der schwarzen Magie zu und schließt einen Pakt mit dem Teufel. Dieser wiederum hat mit Gott gewettet, Faust vom rechten Wege abbringen zu können. Da Doktor Faustus weder mit Wein noch Gesang, sondern nur mit dem Weibe zu ködern ist, bedient sich der Teufel des Gretchens, auf die Faust ein Auge geworfen hat.

Gnadenlos wird das Schicksal des naiven und durch die Liebe leicht verführbaren Mädchens dem Wettgewinn geopfert. Den Sieg trägt aber doch der Allmächtige davon, da sich Gretchen nicht aus der Verantwortung für ihre Taten stehlen will, sondern sich dem Gottesurteil unterwirft.

uf

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