Ein selbst gebautes Schild soll Raser an der Schongauer Straße zur Vernunft bringen. Foto: kb

Schwabsoien bremst Raser aus

Schwabsoien - Sie kann die Raser nicht ausbremsen, darum will die Gemeinde Schwabsoien an das Gewissen der Autofahrer appellieren: Die Gemeinde will ein mobiles Tempomessgerät anschaffen.

„Die Beschwerden häufen sich“, gab Bürgermeister Konrad Sepp gleich zu verstehen, dass Handlungsbedarf besteht.

Mit Unterschriftenlisten hatten sich Bürger an ihr Gemeindeoberhaupt gewandt. Vor allem die Hauptstraßen seien betroffen, „das ganze gipfelte im Tod einer Katze“. Anwohner haben ein buntes Schild aufgestellt, das die Verkehrsrowdys zu vernünftiger Fahrweise aufruft - bislang mit eher mäßigem Erfolg.

Das Thema ist nicht neu: Als die Nachbargemeinden über eine Anschaffung entschieden, kam es auch in Schwabsoien auf den Tisch. In Schwabbruck ist die Anschaffung abgelehnt worden - allerdings haben die Nachbarn Angebote eingeholt, „auf die könnten wir zurückgreifen“.

Eine erzieherische Maßnahme soll es sein, „schließlich sind nicht nur Raser unterwegs. Es gibt auch Autofahrer, die völlig gedankenlos zu schnell in den Ort fahren.“ Die könne man wachrütteln und dabei gleich verlässliche Daten erhalten, wie schnell die Autos in Schwabsoien tatsächlich unterwegs sind. Denn: „Oft kommt es einem Fußgänger viel schneller vor, als das Fahrzeug tatsächlich fährt“, wie Wolfgang Scholz einwarf.

Seine Bedenken gegen die Anschaffung erklärte der Gemeinderat mit einem Beispiel aus einem anderen Ort: „Da haben die Jugendlichen ihre Mofas frisiert und Rennen um die schnellste Geschwindigkeit veranstaltet.“ Das Thema sei „sehr emotional“, die Bestätigung dafür gab es in der Diskussion. So hielt Ratskollege Siegfried Neumann dagegen: „Ich stimme auf alle Fälle dafür, weil es den Leuten aufzeigt, wie schnell sie fahren.“

Sein Wunschgerät solle das Erscheinungsbild ändern, „zum Beispiel mit einem traurigen Smiley, wenn man zu schnell fährt“. Mit den Fragen nach Batteriebetrieb (ja) und -haltbarkeit (je nach Gerät etwa drei Tage) kam die Erkenntnis, „dass wir jemanden brauchen, der sich um die Wartung kümmert“, wie Sepp erklärte.

Trotzdem ließ der Rathauschef keinen Zweifel daran, dass die Gemeinde reagieren muss. „Ich vertröste die Leute immer wieder, jetzt müssen wir signalisieren, dass wir was tun.“ Die Alternative hieße „bauliche Maßnahmen, und da sind wir uns wohl einig, dass das finanziell nicht geht“. Dagegen sei ein Tempomessgerät mit Anschaffungskosten von 2000 bis 3000 Euro durchaus vertretbar. So sah es auch die Mehrheit des Gremiums: Mit acht zu zwei Stimmen wurde die Anschaffung beschlossen.

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