Schwabsoier Mühlentag lockt viele Besucher

Schwabsoien - Wie schwer die Ahnen schufteten: Dies wurde beim „Mühlentag“ in Schwabsoien auf beeindruckende Weise demonstriert.

Das Interesse an Wasserrädern, Pumpenhäusern und Hammerschmieden, Mahlmühlen und Getreidedreschmaschinen ist ungebrochen, „Ich bin einfach nur stolz, wenn ich sehe, was aus der Dorferneuerung entstanden ist“, sagte Bürgermeister Konrad Sepp. Da seien nicht nur finanzielle Mittel geflossen. Damit einhergegangen sei eine geistige Erneuerung. Denn einen „Mühlentag“ mit tausenden Besuchern auf die Beine zu stellen, sei nur mit einer intakten Dorfgemeinschaft möglich.

Im Übrigen betrachtet Sepp den „Mühlentag“ als kostenlose Werbung für das Dorf. Fünf Stunden lang standen gestern zehn Führer um Sigi Neumann parat, um halbstündig Gruppen bis zu 60 Personen auf die zweistündige Reise durch Schwabsoiens Ortsgeschichte zu begleiten. Neben den „Profis“ vermittelten auch die Besitzer der Schmieden und Mühlen anschaulich Geschichte, Arbeit und Funktion ihrer Anlagen, die früher das Dorf wirtschaftlich und strukturell geprägt hatten. Beispielsweise die Mahlmühle „Beim Schmiedfranzer“ von Georg Pröbstl. Gemahlen wird dort zwar nicht mehr aber das „Kraftwerk“, ein Herford Einzylinder Schiffsmotor mit 75 PS, das früher Mühle und Sägewerk angetrieben hat, funktioniert noch.

Stroh gedroschen wie in alten Zeiten hat Anton Port, während Sigi Lohwasser beim „Schmiedjörgler“ sein Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung von 60 000 Kilowattstunden zeigte. Wie mühevoll Wasserleitungen in Baumstämme gebohrt werden mussten, zeigte Hermann Müller beim „Deichelbohren“. Der Besitzer der Hammerschmiede „Beim Lazar“, Peter Götz, und seine Gehilfen, die Schmiede- und Mühlenmeister Robert Vetter und Hermann Paul, demonstrierten, mit welcher Wucht Schwanzhämmer glühendes Eisen platt klopfen.

Zum Programm gehörten zudem das Kutschenmuseum von Johann Hartmann, die Keramikausstellung von Maurice de Coulon und die Führungen durch die Pfarrkirche St. Stephan. Die örtlichen Milchbauern um Fritz Erhard boten Produkte aus eigener Herstellung. Seit 1998 wird der Mühlentag von Juditha Wolf und Sigi Neumann mit Unterstützung der Arbeitskreise Dorferneuerung organisiert. Für Rathauschef Sepp ist er mittlerweile zum „Selbstläufer“ geworden.

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