Die Turnhalle Hohenpeißenberg als Klassenzimmer mit Grundschul-Rektor Stefan Schmid und Bürgermeister Thomas Dorsch.
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Die Turnhalle Hohenpeißenberg als Klassenzimmer: Grundschul-Rektor Stefan Schmid und Bürgermeister Thomas Dorsch an Pulten. Hier rücken am heutigen Montag die Viertklässler zum Unterricht an – in voller Klassenstärke. RR

So starten die Grundschüler heute wieder

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Wenn am heutigen Montag die ersten Grundschüler wieder im Wechsel-Modell an die Schulbank vor Ort zurückkehren, sieht das von Schule zu Schule recht unterschiedlich aus. Zwischen 15 Schulstunden pro Woche oder gerade mal halb so viel Unterricht, ist alles geboten an den Landkreis-Grundschulen.

  • Heute starten die Grundschüler erstmals wieder im Wechsel-Modell in den Unterricht vor Ort
  • Von Schule zu Schule gestaltet sich das Szenario vor Ort unterschiedlich
  • Manche Schulen halten mehr Präsenzunterricht ab als vom Ministerium vorgesehen

Landkreis – Um es vorweg zu nehmen: Die meisten Grundschulen, die wir erreicht haben, richten sich nach einer Vorgabe des Kultusministeriums, die vorsieht: Tageswechsel und minimal vier Stunden Unterricht. Einige legen hier noch eine Schippe drauf, um zumindest ein bisschen von dem aufholen zu können, was in der Homeschooling-Zeit zu kurz gekommen ist. Ein Überblick:

Staufer-Grundschule Schongau: Fast doppelt so viel Präsenzunterricht

Mit einem vom Schulamt abgesegneten Sonder-Modell ist die Staufer-Grundschule Schongau einer der Spitzenreiter im Landkreis: Statt Tageswechsel schafft es die Schule mit einem enormen personellen Kraftakt, jeden Schüler täglich in die Schule zu bringen und zu unterrichten. Wie das geht? Zwei Gruppen A und B bekommen nacheinander jeden Vormittag je knapp drei Unterrichtsstunden pro Gruppe. Macht fast 15 Unterrichtsstunden in Präsenz pro Woche. „Schwerpunkte setzen wir im Unterricht beim Ankommen“, erklärt Rektorin Ute Meub.

Neben Kernfächern geht es auch um soziale Kontakte

Neben den Kernfächern ginge es auch um soziale Kontakte. Was auch wichtig ist. Denn Zeit zum Ausruhen gibt es für die Grundschüler auch nach der Schule nicht gleich: Auch weiterhin werden sie mit Material für alle Unterrichtsfächer versorgt, Hausaufgaben kommen noch oben drauf.

Hinzu kommt: Notbetreuung wird täglich bis 16 Uhr für alle angeboten, obwohl dies vom Kultusministerium nur an den Tagen gefordert ist, in denen die Schüler eigentlich zu Hause lernen müssten.

Wie kann Meub mit ihrem Team das deutliche Mehr-Angebot personell wuppen? Sie verweist auf ein „sehr engagiertes Kollegium, das gut organisiert und kommuniziert“.

Deutlich weniger Stunden an anderen Grundschulen

In Peiting ist das Pensum des Präsenzunterrichts deutlich geringer. An der Alfons Peter-Grundschule findet der Unterricht im Tageswechsel statt – für die Jahrgangsstufe eins mit nur drei Unterrichtsstunden, für die anderen Jahrgangsstufen sind es vier Präsenz-Unterrichtsstunden pro Präsenz-Tag.

Eine Schulstunde in der ersten Jahrgangsstufe weniger als vorgesehen sei den personellen Ressourcen geschuldet, erklärt Schulleiterin Ursula Dölling auf Anfrage. Man arbeite mit Hochdruck daran, auch hier bald vier Schulstunden für die Erstklässler anbieten zu können.

Lehrer müssen neben Frontal-Unterricht auch Schüler daheim versorgen

In der Lentner-Grundschule Peiting hält man sich an die Vorgaben des Kultusministeriums: Präsenz-Unterricht im Tageswechsel, täglich vier Schulstunden. Für alle Jahrgangsstufen. Mehr sei nicht drin, so Rektor Peter Schmid. Schließlich müssten die Lehrer sich neben dem Präsenz-Unterricht auch die Schüler der anderen Gruppe zu Hause kümmern.

Eine Schulstunde mehr pro Woche gibt es alle zwei Wochen für die Schüler der Primus-Koch-Grundschule Hohenpeißenberg. Hier kommen die Schüler der ersten Klassen im täglichen Wechsel je vier Stunden, freitags fünf Stunden. Die Jahrgangsstufe drei kommt im gleichen Modus im täglichen Wechsel, zu je fünf Stunden. Die Klasse vier sogar „täglich vollständig für fünf bis sechs Stunden“, kann Rektor Stefan Schmid berichten.

Unterricht in der Turnhalle per Beamer, Dokumentenkamera und Leinwand

Wie das geht? Die Klasse „wird in der Turnhalle per Beamer, Dokumentenkamera und Leinwand unterrichtet.“ Damit es mit den Abständen klappt, wurden 23 Einzeltische mit eineinhalb Meter Abstand aufgestellt. „Unterricht ist am Präsenztag grundsätzlich nach Stundenplan, zuhause liegt der Schwerpunkt auf den Hauptfächern.“ An der kleinen Hohenpeißenberger Grundschule setze man auch weiter auf digitale Lernwerkzeuge wie Padlet, Learning-Apps oder die Anton- App.

Alle Schulleitungen das für ihre Schule passende Konzept ausgearbeitet

Nicht äußern möchten sich die Leitungen der Peißenberger Grundschulen: „Wir finden es in diesen Zeiten nicht förderlich, einen Artikel zu schreiben, der die Grundschulen im Landkreis untereinander vergleicht.“ Man könne versichert sein, „dass alle Schulleitungen in unserem Landkreis das für ihre Schule passende und vor allem organisierbare Konzept ausgearbeitet haben“.

Von den Grundschulen Weilheim und Penzberg erhielten wir bis Redaktionsschluss leider keine Antwort auf die gestellten Fragen. Ebenso verhält es sich beim Schulamt.

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