Das sind die bisherigen Solarparks im Schongauer Land. Rot die Zahl der Anlagen pro Kommune – manche schauen aus wie zusammenhängend,etwa in Erbenschwang.

Solarparks im Schongauer Land

Noch weiter Weg zum Riesen-Solarfeld

Mit einer Fläche von rund 17 Hektar ist der neue Solarpark, der auf Sachsenrieder Flur entstehen soll, der größte im Landkreis. Dass das rund fünf Millionen Euro teure Projekt verwirklicht werden kann, liegt an einer Gesetzesänderung.

Weilheim-Schongau – „Bis vor kurzem war es nicht möglich, solche Felder zu bauen“, sagt Sepp Bichler. Er ist einer der drei Geschäftsführer der Energiebauern GmbH aus Sielenbach, die das neue Solarfeld auf Sachsenrieder Flur nördlich von Dietlried bauen und betreiben will. Noch Anfang des Jahres sei dieses Projekt nicht zu verwirklichen gewesen, sagt Bichler, denn seit dem Jahr 2012 durften lediglich landwirtschaftliche Flächen an Autobahnen oder Bahnlinien oder so genannte Konversionsflächen mit Solarmodulen bestellt werden. Das hat sich Mitte des Jahres geändert: Aufgrund der Landeröffnungsklausel im Erneuerbare-Energien-Gesetz konnte der Freistaat Bayern im März eine Verordnung erlassen, nach der Flächen von geringer landwirtschaftlicher Qualität für Solarparks in Frage kommen.

Daraufhin hatten die Energiebauern in landwirtschaftlichen Fachmagazinen inseriert, um geeignete Flächen zu finden. Auf dieses Inserat hin haben sich die drei Sachsenrieder gemeldet, die den Grund besitzen, auf dem das Solarfeld entstehen soll.

Dass ein Gelände im Alpenvorland so geeignet ist für einen Solarpark, ist selten, wie Bichler sagt: „Hier ist es schwierig, geeignete Flächen zu finden.“ Im Alpenvorland sei es die größte Herausforderung, Felder zu finden, die nicht exponiert in der Landschaft stünden.

Das rund 17 Hektar große Gebiet, das auf einer Fläche von rund 14 Hektar mit fest aufgeständerten Solarmodulen bestückt werden soll, ist an drei Seiten von Wald umgeben und liegt hinter einer Erhöhung, sodass es so gut wie nicht zu sehen ist. „Ich schaue jedes Jahr rund 100 Flächen an. So etwas findet man im Alpenvorland eigentlich kaum“, sagt Bichler.

Das neue Photovoltaikfeld, dessen Laufzeit die Energiebauern auf 20 Jahre auslegen, soll eine elektrische Nennleistung von rund sieben Megawatt erbringen. Damit ist es das leistungsstärkste unter den 15 Solarfeldern im Landkreis Weilheim-Schongau, wie Andreas Scharli von der Energiewende Oberland (EWO) erläutert (siehe Kasten).

Nachdem der Schwabsoier Gemeinderat beschlossen hat, den Flächennutzungsplan für dieses Gebiet zu ändern und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan dafür aufzustellen, ist der Solarpark Sachsenried nun auf den Weg gebracht (wir berichteten). Doch bis das Projekt dann tatsächlich steht und Energie abwirft, ist es noch ein weiter Weg. Die Behörden müssen ihr O.k. dazu geben und die Energiebauern müssen die Ausschreibung für sich entscheiden. Diese gewinnt der Anbieter, der zum günstigsten Kilowatt-Stunden-Preis Strom liefern kann. „Wir müssen erst den Zuschlag kriegen“, sagt Sepp Bichler. Wenn all diese Dinge im Vorfeld entschieden sind und der Solarpark genehmigt ist, dann geht es laut Bichler allerdings flott. Innerhalb von vier Wochen soll der Sachsenrieder Solarpark aufgestellt sein.

Solarparks im Kreis Weilheim-Schongau:

- Schongau: In Schongau gibt es fünf Solarfelder. Diese erbringen eine elektrische Nennleistung von 2,1 Megawatt, 2,0 MW, 1,8 MW, 670 Kilowatt und 580 KW. 

- Altenstadt: 1,8 MW - Pähl: In Pähl stehen zwei Solarparks. Einer erzielt 2,4 MW, der andere 1,5 MW. 

- Weilheim: Zwei Solarparks gibt es auch in Weilheim. Eines erzeugt 1,8 MW, das andere 1 MW. 

- Wielenbach: Ein Solarfeld mit einer Leistung von 1,3 MW. 

- Sindelsdorf: In Sindelsdorf gibt es ein Solarfeld mit einer Leistung von 99 KW. 

- Erbenschwang: In Erbenschwang stehen zwei Solarparks mit einer Leistung von 970 und 55 KW. 

- Antdorf: Der große Solarpark in Antdorf erzielt 3,5 Megawatt

Kathrin Hauser

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