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Die Landsberger Polizeiinspektion hat die Kriminalstatistik 2015 veröffentlicht.

Sorge der Landsberger Polizei

Rauschgift-Kriminalität drastisch zugenommen

Landsberg - Hohe Aufklärungsquote, Einbrüche am helllichten Tag und ein extremer Anstieg in Sachen Drogendelikte: Das besagt die Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Landsberg, bezogen auf das Jahr 2015.

Elf Straftaten pro Tag werden durchschnittlich im Landkreis begangen. Soweit sei „alles im grünen Bereich“, betont der Dienststellenleiter der Landsberger Polizeiinspektion Alfred Geyer. Die meisten Delikte sind im Vergleich zu den Vorjahren nicht angestiegen. Sorge bereitet dem Dienststellenleiter allerdings der Anstieg der Rauschgiftkriminalität. Und auch das Thema Asyl beschäftigt die Beamten zunehmend.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 3242 Straftaten im Zuständigkeitsbereich der Landsberger Polizei. Hier liege man im Bereich der Vorjahre, erläutert Geyer. Besonders stolz sei man auf die Aufklärungsquote von rund 66 Prozent. Im Vergleich zu 2014 ist das ein Anstieg um 6,6 Prozent. Neben Großereignissen wie dem G7-Gipfel waren die Landsberger Beamten im Jahr 2015 vor allem wegen des Terrors und der Flüchtlingssituation gefordert. Insgesamt 1562 „Tatverdächtige“ konnten die Landsberger ermitteln.

339 Straftaten, die Ausländer begangen haben

Die Beteiligung Nichtdeutscher an Straftaten steigt Geyer zufolge von Jahr zu Jahr an – 2015 waren es 339. Spitzenreiter sind hier die kriminellen aus Rumänen, von denen 43 ermitteltet werden konnten. Geyer führt das vor allem auf Diebstahldelikte und organisierte Banden zurück.

Kein Tag vergehe außerdem, an dem die Polizeibeamten nicht direkt oder indirekt mit Asylbewerbern zu tun haben. Insgesamt 6,1 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren Zuwanderer. Meist handelt es sich dabei um Körperverletzungsdelikte in den Unterkünften. Oft seien es aber auch „banale Sachen“. Und: Je kleiner und dezentraler die Unterkunft sei, desto weniger Einsätze habe man dort. Auch auf die Nationen-Mischung komme es an.

51 Wohnungseinbrüche im Jahr 2015

Tendenziell steigend ist die vergangenen Jahre die Zahl der Wohnungseinbrüche. Im Bereich der Landsberger Inspektion gab es 2015 30 Fälle, im gesamten Landkreis 51. Meist passieren diese Einbrüche tagsüber oder in der Dämmerung, erklärt Geyer. Beliebte Ziele sind vor allem freistehende Einfamilienhäuser. Diesbezüglich unternehme man sehr viel, da es für die betroffenen Bewohner oft ein traumatisches Erlebnis ist. „Wir zeigen hier sowohl offene als auch verdeckte Präsenz in den Schwerpunktgebieten“, sagt Alfred Geyer. Auch gezielte Fahrzeugkontrollen gehören zu den Maßnahmen.

"Alles außer Heroin"

Was dem Dienststellenleiter besondere Sorge bereitet, ist der Anstieg der Rauschgiftkriminalität. „Alles außer Heroin“ sei im Landkreis vertreten. Meist handele es sich um Cannabisprodukte. 189 Fälle sind 2015 im Zuständigkeitsbereich registriert worden. Das ist ein Anstieg von rund 39 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Das gute: Auch die Aufklärungsquote ist von 88 auf fast 94 Prozent angestiegen. Besonders häufig geklärt wurden Straftaten, die 14- bis 21-Jährigen begingen. Meist wurden sie mit Drogen erwischt.

Astrid Erhard

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