Die Pläne der Bahn sehen für den neuen Halt einen 120 Meter langen Bahnsteig vor. Skizze: Ph

Stadt Weilheim gegen neuen Bahn-Halt

Weilheim-Schongau - Der neue Bahnhof Weilheim ist ein Bahn-Halt, und er kommt an die Straße „In der Au“ nahe der Kreuzung mit der Geistbühelstraße.

Bis die Züge in der Au halten, dauert es aber noch: 2019 soll der Bahn-Halt fertiggestellt sein. Anders als ein Bahnhof verfügt ein Bahn-Halt über kein Gebäude. „Zu einem Haltepunkt gehören ein oder mehrere Bahnsteige einschließlich Bahnsteigausstattung mit Wetterschutz, Sitzgelegenheit und so weiter“, so ein Sprecher der „DB Mobility Logistics AG“. Alle neuen Bahn-Halte werden barrierefrei gebaut und sollen auf Bestellung des Freistaates mindestens stündlich bedient werden, so der Bahn-Sprecher weiter.

Am Bahn-Halt „Weilheim Süd“ werden nach Stand der Dinge nur die Züge der Pfaffenwinkelbahn stoppen, auf der derzeit die Züge der privaten Bayerischen Regiobahn (BRB) pendeln. Für die Verbindungen auf der Werdenfelsstrecke ist kein Halt vorgesehen, um Verluste bei der Fahrzeit zu verhindern.

Dennoch geht die Bahn davon aus, dass der neue Bahn-Halt sich rechnet, denn: „Wichtigste Voraussetzung bei der Wahl der neuen Standorte war deren Wirtschaftlichkeit. Der prognostizierte Mehrerlös durch mehr Fahrgäste muss also die Investitionskosten übersteigen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Als „sinnvolle Maßnahme“ bezeichnet Norbert Moy, Kreisvorsitzender des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ den geplanten Haltepunkt „Weilheim-Süd“. Vor allem für die Schüler des Gymnasiums und der Realschule würde sich dadurch der Schulweg verkürzen, und auch der Trifthof ist zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen.

Mit der „Stationsoffensive Bayern“ wollen Deutsche Bahn und Freistaat „die Züge noch näher zu den Menschen“ bringen, „gerade auch im ländlichen Raum, wo die meisten der neu vereinbarten Haltepunkte liegen“. In den Bau der 20 neue Haltepunkte werden rund 40 Millionen Euro investiert. Bahn und Freistaat rechnen mit 7000 bis 8000 zusätzlichen Ein- und Aussteigern. Seit der Bahnreform 1996 hat der Freistaat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn 60 neue Haltepunkte in Bayern eröffnet. Diese werden pro Werktag von rund 40 000 Fahrgästen genutzt, so die Bahn.

Wie sich gestern in der Bauausschuss-Sitzung zeigte, passen die Pläne der Bahn an der Geistbühelstraße der Stadt nicht so richtig ins Konzept, in zweifacher Hinsicht nicht: Die Stadt sieht dort sowohl den Bahn-Halt „Weilheim-Süd“ skeptisch als auch den Umbau des Bahnübergangs. Die Stadt habe den Bahn-Halt doch immer weiter südlich gefordert, so Bürgermeister Markus Loth (BfW). Über den Standort müsse noch einmal mit den zuständigen Stellen der DB gesprochen werden. Zumal, wie Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl (BfW) anmerkte, die Böschung dort ja auch sehr steil sei.

Zwei Welten prallten auch in Sachen „Umbau Bahnübergang“ aufeinander. Wie Stadtbaumeister Wolfgang Frank sagte, soll die Fahrbahn des Bahnübergangs durchgehend auf sechs Meter verbreitert werden. Zudem sei ein eigener Fuß- und Radweg an der Südseite vorgesehen. Keine genaue Planung, keine Kostenschätzung: Angesichts dessen versagten die Mitglieder des Bauausschusses die von der Bahn gewünschte Genehmigung für die Umbau-Pläne.

Brigitte Gretschmann

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