Top-Wege im neuen Wanderwegenetz Pfaffenwinkel

Schongau/Peiting - Das „Wanderwegenetz Pfaffenwinkel“ nimmt Formen an. Alle teilnehmenden Gemeinden sollen einen Weg als Top-Themenweg ausbauen, der dann vom Tourismusverband vermarktet wird.

Der „Milchweg“ bei Rottenbuch ist das Paradebeispiel: Zahlreiche interaktive Stationen, an denen man unter anderem Memory oder mit Kuhglocken spielen kann und ganz nebenbei viel Interessantes über die Landwirtschaft erfährt, ziehen ein großes Publikum an. Vor allem Familien mit Kindern sind begeistert, der sonst oft fußfaule Nachwuchs rennt förmlich zur nächsten Station. Oder die neue „Via Damasia“ bei Bernbeuren, „der Weg wird auch sehr gut angenommen“, sagt Ursula Diesch von der Schongauer Tourist Info.

Die geplanten Wanderwege: Unten markiert der gemeinsame Schongau-Peitinger Abschnitt. Zum Vergrößern klicken hier!

Diese beiden Beispiele sollen künftig keine Einzelfälle mehr sein. Bereits vor über zwei Jahren hat sich der Großteil der 27 Mitgliedsgemeinden im Tourismusverband Pfaffenwinkel zur Teilnahme an dem Wanderwegenetz entschlossen - „nur ganz wenige wollten nicht mitmachen oder hatten wie das Auerbergland das Thema schon selbst angepackt“, sagt Tourismusverbands-Vorsitzende Susanne Lengger. Neben einer einheitlichen Beschilderung, die ganz klar aufzeigen soll, wie lange es noch in welche Richtung dauert, sind die neuen Top-Wege mit speziellen Themen ein Höhepunkt des Programms, das mit 50 Prozent durch das EU-Förderprgramm „Leader“ unterstützt wird.
Bei einer Sitzung am Dienstagvormittag haben sich die teilnehmenden Gemeinden getroffen, bis Anfang März soll die Rückmeldung an den Tourismusverband erfolgen. In Schongau, wo es bislang nur Stadtführungen, aber keine adäquaten Wandermöglichkeiten im Bereich von zwei Stunden Dauer rund um die Stadt gibt, wurden zwei Wege ausgewählt: Einer rund um die Altstadt und den Lech („Stadt- und Lechgeschichten“, 13,5 Kilometer) und einer im Süden („Römer und Welfen am Lech“, 12,3 Kilometer).

Das Besondere an Variante zwei: Sie wäre in Zusammenarbeit mit Peiting. Dass dieser Weg der überregional beworbene Top-Weg von Schongau und Peiting werden soll, darüber haben sich Diesch und ihre Peitinger Kollegin Andrea Deibler bereits verständigt, der Schongauer Hauptausschuss hat dem auch bereits zugestimmt. „Da haben wir den Lech, die Villa Rustica, das Lido, die Lechbrücke, da können wir viel Abwechslungsreiches zeigen“, sagt Diesch.

Strittig war dagegen, wie die sogenannten Themen-Infoinseln, die alle drei Kilometer aufgestellt werden sollen, ausgestattet sind: Nur mit Infotafeln oder in der „Luxus-variante“, wie Diesch es nannte, also mit interaktiven Möglichkeiten wie auf dem „Milchweg“.

„So etwas brauchen wir nicht, da reicht die Low-Budget-Variante“, fand Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD). Da gehe oft etwas kaputt, die Instandhaltung sei aufwändig. Helmut Schmidbauer (CSU) war da aber anderer Meinung: „Die Peitinger haben am Kalvarienberg einen schönen Weg, der ist interessant, und der Vandalismus hält sich in Grenzen.“ Er schlug vor, nicht nur auf Info-Tafeln zu setzen, sondern vielleicht die interaktiven Info-Tafeln auf beide Wege aufzuteilen - dass sich also „normale“ mit interessanten abwechseln. Diese etwas abgespeckte Variante wurde beschlossen.

Rubriklistenbild: © Grafik: Stadt Schongau

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