Trauer ist groß: Drei Unfalltote auf der B2 bei Weilheim

Weilheim-Schongau - Vier Menschen starben in einer Woche bei Verkehrsunfällen im Landkreis: ein junger Wielenbacher (26) vor einer Woche in Weilheim, zwei junge Weilheimerinnen (21) und ein Mann aus Pähl (49) am Freitagabend auf der B 2 bei Pähl. Blumen und Kerzen sind Zeichen der Trauer.

Es war Freitagabend, auf der B 2 war viel Verkehr. Die drei jungen Frauen (allesamt 21 Jahre), die mit ihrem Auto gegen 19.35 Uhr in Höhe Pähl in Richtung Weilheim fuhren, kamen wohl vom Shoppen in München, sie hatten viele Tüten im Auto verstaut. Es waren nur noch zehn Minuten nach Weilheim, dort wo zwei von ihnen wohnten. Die Fahrerin hatte noch etwas weiter, sie kam aus Eberfing.

Doch als sie den Wagen kurz nach der Tankstelle in die leichte Kurve lenkte, passierte es: Ihr Auto wurde frontal von einem anderen Wagen gerammt und über die Fahrbahn geschleudert. Wie die Polizei später mitteilte, war ein 49-jähriger Pähler „aus unbekannten Gründen“ mit seinem Wagen auf die linke Fahrbahnseite geraten und in das Fahrzeug der Frauen gerast. Sein Auto überschlug sich, der Motorblock wurde herausgerissen.

Die Bilanz des schrecklichen Augenblicks: Der 49-Jährige sowie die Weilheimerin auf dem Beifahrersitz in dem Auto der jungen Frauen waren sofort tot, die 21-jährige Weilheimerin, die auf dem Rücksitz gesessen hatte, wurde ins Klinikum Harlaching in München geflogen, doch die Ärzte konnten sie nicht retten. Die aus Eberfing stammende Fahrerin kam in die Unfallklinik Murnau, wo sie noch in der Nacht notoperiert wurde. Jetzt wird um ihr Leben gebangt.

Sanitäter, mehrere Notärzte, zwei Rettungshubschrauber, Kriseninterventionsteams, Polizei, 50 Feuerwehrkräfte aus Pähl und Weilheim wurden an den Unfallort gerufen. Unter ihnen war Weilheims Feuerwehr-Kommandant Konrad Bischel, der mit seinen Leuten gerade eine Übung hatte, ausgerechnet zum Thema „Verkehrsunfall“. Wie auf einem Schlachtfeld habe es auf der Straße ausgesehen, sagte er am Sonntag. Aufgabe seiner 26-köpfigen Truppe aus Männern und Frauen war es, die Verunglückten „vorsichtig rauszunehmen“. „Sie waren nicht schwer eingeklemmt“, so Bischel. Einigen der Feuerwehrmänner seien die Unfallopfer bekannt gewesen, „aber nur vom Namen her“. Nach dem Einsatz hätte die Truppe noch zusammengesetzt, um über die Ereignisse zu reden. Es sei mehr geredet worden als sonst, so Bischel.

Was bleibt, ist nichts als Schmerz. Wie tief Familien und Freunde um die Verunglückten trauern, ist für Außenstehende nicht zu erfassen, nur zu erahnen: Sowohl am Narbonner Ring in Weilheim als auch an der B 2 brennen Kerzen, finden sich Blumen. Aufgestellt von Menschen, für die nichts mehr ist, wie es war.

gre

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