Unser Dorf soll schöner werden: Böbings Nachfolger stehen schon parat

Weilheim-Schongau - Am Mittwoch ist der große Tag für Böbing. Dann entscheidet sich, ob die Gemeinde das schönste Dorf Deutschlands ist. Doch die Vorbereitungen für den neuen Wettbewerb sind ebenfalls schon angelaufen: Vier Dörfer wollen in Böbings Fußstapfen treten.

Sie war immer hautnah dabei. Auch in Bamberg, als es die Urkunde für das schönste Dorf Bayerns gab, ließ Heike Grosser, Kreisfachberaterin für Gartenbau, Böbing nicht im Stich. Ebensowenig natürlich bei den entscheidenden Besichtigungstouren der Jury. Dabei hat sie schon in zahlreichen Gemeinderäten und bei Gartenbauvereinen Werbung gemacht für die nächste Runde des Wettbewerbs, die im September startet. Bei vier Gemeinden hat die Überzeugungsarbeit gewirkt: Wildsteig (1305 Einwohner) und Birkland (612) starten in Gruppe B über 600 Einwohnern, Haid und Oderding in Gruppe A mit weniger Einwohnern.

2010 hatte Grosser mit Müh und Not drei Gemeinden überzeugen können, neben Böbing noch Herzogsägmühle und Schwabbruck. Dieses Mal war es einfacher, mit Tannenberg und Eglfing hatten sogar noch weitere Gemeinden Interesse bekundet. „Mit Eglfing hatte ich eigentlich auch fest gerechnet, die wären absolut geeignet“, sagt Grosser. In Tannenberg war sie erst relativ spät vor dem Anmeldeschluss, dort will man noch abwarten. Vielleicht beim nächsten Mal. Grosser ist trotzdem hochzufrieden: „Ich kenne keinen Landkreis in Oberbayern mit so vielen Teilnehmern“, sagt sie nicht ohne Stolz.

Der Böbinger Siegeszug beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden“, wie es offiziell heißt, mag auch Vorbildwirkung für einige gehabt haben. Für Grosser geht es aber primär nicht ums Gewinnen, sondern die Entwicklung des Dorfes. Da könne man sich in regelmäßigen Abständen auch mehrmals bewerben, wie es die neuen Teilnehmer getan haben: Birkland war zuletzt 1999 beim Wettbewerb dabei und hat einen Sonderpreis abgestaubt, Wildsteig kann zumindest den Ortsteil Morgenbach beim Wettbewerb 1992 vorweisen. „So ein Wettbewerb fokussiert die Leute, die bleiben dabei und bringen sich ein“, weiß Grosser aus Erfahrung.

Nicht zuletzt in Böbing sind die Bürger seit 2010 mit Feuereifer dabei. Vor dem entscheidenden Anruf am morgigen Mittwoch hat Bürgermeister Peter Erhard aber nichts geplant: „Wir lassen uns komplett überraschen“, kündigt er an. Eine große Spontan-Feier sei für den Fall der Fälle schnell organisiert. „Stellen Sie sich vor, man bereitet alles vor und gewinnt nicht - da steht man dann dumm da“, sagt Erhard. Also keine vorbereiteten Sieger-T-Shirts wie bei Fußball-Endspielen? „Natürlich nicht“, sagt Erhard kopfschüttelnd.

bo

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