Vielerorts herrscht Raketenverbot

Schongau - Mit Feuerwerk ins neue Jahr – das ist nicht in allen Gemeinden im Schongauer Land erlaubt. In den Verkaufszahlen des Einzelhandels schlägt sich das Verbot aber nicht nieder.

Böller in allen Variationen, „VIP-Pakete“ mit bunten Raketen, Kanonenschlag und Leuchtfeuer: Was der Einzelhandel zu Silvester anbietet, lässt die Herzen all jener höher schlagen, die gerne Raketen in die Luft jagen.

Auch der Schongauer V-Markt ist mit seinem Sortiment gut aufgestellt. Trotzdem ist man mit dem Verkauf in diesem Jahr nicht hunderprozentig zufrieden, wie der stellvertretende Marktleiter, Maximilian Holzmann, zugibt: Die Geschäfte mit Knallern und Raketen sind eher schleppend angelaufen. Ob es daran liegt, dass insgesamt acht Kommunen ein Feuerverbot erlassen haben?

An einen Zusammenhang zwischen Verbot und Verkaufszahlen glaubt Holzmann nicht: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es daran liegt.“ Aus den Märkten der Umgebung höre man ähnliches – und dort ist das Böllern meist erlaubt. Holzmann hofft noch auf einen kleinen Ansturm am heutigen Silvestertag.

Anders sieht es im Schongauer Westen aus: „Wenn ich nach den reinen Zahlen gehe, kann ich keinen Einbruch feststellen,“ sagt Obi-Geschäftsführer Christian Weißinger. Die Verkäufe laufen ähnlich gut wie im Vorjahr. Dem Baumarkt kommt – wie auch den anderen Einzelhändlern – die günstige Konstellation der Wochentage zugute: „Wir konnten drei Tage am Stück verkaufen – ohne einen Feiertag oder Wochenende dazwischen.“

Während sich die einen mit dem Verkauf von Raketen befassen, sind andere damit beschäftigt, deren Abschuss in der Altstadt zu verhindern. Rudolf Fischer, Leiter der Schongauer Polizeidienststelle, hat sich auf einen Mehraufwand durch das neue Knallverbot eingestellt: „In der Silvesternacht werden wir in der Schongauer Altstadt Präsenz zeigen“, erklärt er. Er hofft, dass die Anwesenheit der Polizei abschreckend wirkt. „Wenn wir Leute erwischen, gibt es eine Anzeige – ein Verstoß gegen das städtische Verbot ist eine Ordnungswidrigkeit.“

Ganz so einfach dürfte es für die Ordnungshüter dennoch nicht werden: Zum einen müssen sie auch auf dem Hohen Peißenberg für die Einhaltung des Feuerverbotes sorgen. Zum anderen lässt sich das wilde Knallen „nicht hundertprozentig einschränken“, wie Fischer klarstellt.

Eine Gemeinde hat dieses Problem übrigens nicht: Die Pollinger feiern 2010 ihr 1000-jähriges Jubiläum – und starten mit einem großen Feuerwerk ins neue Jahr.

kb

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