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Haben an Heiligabend alle Hände voll zu tun: (von links) Anna, Franzi und Simone in der Peitinger Bäckerei Sesar.

Wegen der Feiertagskonstellation

Vor Heiligabend müssen alle Mitarbeiter ran

Schongau/Peiting - Dreieinhalb Tage kein Einzelhandelsverkauf – das gab's zuletzt vor etwa 15 Jahren. Die Konstellation des Weihnachtsfests sorgt heuer jedoch dafür – und für zusätzliche Arbeit im Einzelhandel. Gut, dass sich die Fleißigen danach so richtig gut erholen können.

Bei uns herrscht heuer absolute Urlaubssperre, mit Ausnahme der Kranken sind alle im Einsatz“, sagt Schongaus V-Markt-Geschäftsleiter Karl Bösch. In den vergangenen Jahren habe der ein oder andere immer noch Resturlaub genommen. Das sei wegen der besonderen Konstellation heuer nicht drin. Was den Warenfluss angehe, müsse man quasi „auf gut Glück bestellen“, denn das Kaufverhalten der Kunden sei schwer vorhersehbar. Wichtig sei, dass die Produkte auch am Heiligabend selbst noch frisch angeliefert würden – das reiche vom Brothaus über die Metzgerei und das Obst bis hin zu Milchprodukten. „Alles, was frisch ist und zum Essen gehört, kann man bei uns bis Donnerstagmittag (der V-Markt schließt um 14 Uhr) einkaufen.“

Frische Ware an Heiligabend

Das bedeute auch, dass an Heiligabend noch frische Ware angeliefert werde. „Das ist sonst nicht der Fall und auch kein Vergnügen für die Händler, die dann auch Extraschichten fahren müssen.“ Gleichwohl sei man im Haus bestens für die anstehenden Feiertage gerüstet. „Und danach kann sich ja auch jeder dreieinhalb Tage ausruhen“, sagt Bösch. Eine Woche später, an Silvester, sei alles etwas einfacher, weil man nicht nur bis 16 Uhr geöffnet habe, sondern auch am darauf folgenden Samstag.

Um 12 Uhr ist endgültig Schicht im Schacht

Viel zu tun ist auch in der Peitinger Bäckerei Sesar. Dort ist zwar am Donnerstag ab 12 Uhr geschlossen, dafür gibt’s aber am darauf folgenden Sonntag zwischen 7.45 Uhr und 10.45 Uhr wieder frische Semmeln und Brot. Alle Mitarbeiter sind an Heiligabend im Einsatz, um die Vorbestellungen rechtzeitig fertig zu bekommen. „Viele wollen ja frisches Baguette, Semmeln und Brot, da fangen wir in der Backstube schon am Vorabend um 23 Uhr an“, erklärt Marlies Sesar. Und auch das Verkaufspersonal ist an Heiligabend bereits ab vier Uhr morgens im Einsatz, „weil viele Kunden ihre Sachen möglichst früh abholen wollen“.

Mit voller Besetzung an die Arbeit 

Wie samstags – nämlich mit voller Besetzung – wird auch in der Bäckerei Aicher gearbeitet. „Die Arbeit ist aber gut zu steuern, weil viele Kunden vorbestellt haben“, sagt Margret Aicher. Ihr Mann Heribert startet nachts um halb eins mit dem Backbetrieb. Und frische Ware gibt es bis Ladenschluss um 12 Uhr. „Da kann man auch um dreiviertel Zwölf noch warme Brezen kaufen“, sagt sie lachend, um noch anzufügen: „Wir lassen niemanden verhungern.“

„Wir haben schon vier Wochen im Vorfeld geplant. Man muss das ja nicht nur mit dem eigenen Personal, sondern mit den Bauern und Schlachtern absprechen“, sagte Michael Walk, Chef der Metzgerei Boneberger. Es sei eine logistische Herausforderung, denn auch am Ende der freien Tage am Sonntag sollte die Wurst wenn möglich noch so frisch sein, als wenn sie am Tag zuvor gekauft worden wäre und nicht schon am Mittwoch oder Donnerstag.

Hauptaufgabe: Bestellungen herrichten

Gut zu tun ist auch in der Metzgerei Schmaußer in Peiting, wie Andrea Schmaußer zu berichten weiß. „Das Personal ist komplett an Heiligabend, an dem wir auch noch beliefert werden.“ Allerdings seien auch dort die meisten Waren bereits im Voraus bestellt. Jetzt gelte es nur noch, sie entsprechend herzurichten, damit sie von der Kundschaft abgeholt werden können.

„Deshalb fangen wir am Mittwoch auch schon um fünf Uhr in der Früh an“, verrät sie. Und der Arbeitstag dauere dann bis 20 Uhr abends. An Heiligabend selbst werde man vermutlich schon um vier Uhr morgens anfangen, weil die meisten Kunden schon frühmorgens ihre Ware holen wollten.

Raclette, Fondue, Braten oder Würstl?

„Mein Mann macht jetzt täglich frische Würstl.“ Und das, obwohl die Würstl nicht mehr so gefragt seien wie früher. „Viele gehen inzwischen auf feinere Speisen über.“ Womit sie Raclette, Fondue, Schweine- und Rinderfilet oder Schweinelende meint – aber auch den Weihnachtsbraten mit Füllung, der in der Metzgerei Schmaußer extra gekocht wird.

Stephan Penning

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