Energiewende machbar: Ingo Martin (Energiewende Oberland) warb bei der IHK, Gastgeber für die Sitzung war diesmal Thomas Schütz (Berufliches Schulzentrum).

IHK: Nachwuchskräfte im Oberland halten

Schongau/Weilheim/Landsberg - Den Nachwuchs in der Region halten und für bedarfsgerechte Kinderbetreuung sorgen: Aktiv möchte die IHK in der Region einem Fachkräftemangel vorbeugen.

Thomas Schütz, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Schongau, war Gastgeber der in diesem Jahr bereits dritten Versammlung des IHK-Gremiums Landsberg-Weilheim-Schongau. Dass auch auf die Region früher oder später die Problematik fehlender Fachkräfte zukomme, erläuterte Tyll-Patrick Albrecht. Der Arbeitskreis Fachkräfte, den Albrecht leitet, hat diverse Ideen formuliert, die auch jüngst bei einem Runden Tisch mit Landrat Friedrich Zeller besprochen worden sind. Konzentrieren möchte man sich vor allem auf die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung, die Integration Älterer in das Berufsleben wie auch, als großes Thema, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch kommunale Kindergärten könnten es mit langen Öffnunszeiten Eltern ermöglichen, nahezu Vollzeit zu arbeiten.

Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, müssten alle an einem Strang ziehen, gelte es doch auch und vor allem, junge Menschen in der Region zu halten und neue Mitbürger zu gewinnen. „Gerade die kleinen Unternehmen müssen fit gemacht werden, diese werden den Fachkräftemangel als erste spüren“, warnte Albrecht. Dabei müsse man das Augenmerk auf Azubis und Facharbeiter richten, „denn wir brauchen nicht nur Häuptlinge“. Die Rahmenbedingungen müsse die Politik schaffen, aber die Unternehmen ihren Teil dazu beitragen.

Damit der Arbeitskreis auch Ergebnisse präsentieren kann, sollen im nächsten halben Jahr speziell das Thema bedarfsgerechte Kinderbetreuung und die Unterstützung Jugendlicher beim Übergang zwischen Schule und Beruf in Angriff genommen werden. Vor allem die Kontakte zu allen Schulleitern der Gymnasien sollen nach dem Wunsch des Arbeitskreises deutlich verbessert, die Praxis-Seminare - eine positive Einrichtung des Kultusministeriums - weiter angeschoben werden. Wie wichtig der IHK dies ist, verdeutlicht Albrecht unmissverständlich: „Wenn bei den Schulleitern nicht mehr Bewegung reinkommt, wird es Gespräche mit einem Ministerialbeauftragten geben.“

„Wir sind’s, nicht die Sonne“ - wer für den Klimawandel zuständig ist, daran ließ Ingo Martin von der Bürgerstiftung Energiewende Oberland keinen Zweifel. Das gesetze Ziel, den Energieverbrauch bis zum Jahr 2035 zu halbieren und damit den CO2-Ausstoß deutlich zu mindern, sei erreichbar. Mindestens ebenso wichtig sei das Ankurbeln der Stromgewinnung über Erneuerbare Energien. „Die Situation auf dem Energiemarkt ist dramatischer als wir glauben wollen“, führte Martin in der IHK-Sitzung aus. Seit den 70er Jahren sei keine nennenswerte Ölquelle mehr gefunden worden. Martin warb dafür, sich nicht gegen Windräder zu sperren. „Es wird eine Veränderung geben, aber wenn wir nichts tun, wird unsere oberbayerische Landschaft noch viel stärker verschandelt als durch konzentrierte Windrad-Flächen.“

Was aber nun können die Einzelnen tun? Gerade die Firmeneigentümer forderte Martin dazu auf, ihre Dächer für die Photovoltaik-Nutzung etwa durch Bürgerkraftwerke zur Verfügung zu stellen. Sogar bereits versiegelte Flächen könnten noch nachträglich genutzt werden, beispielsweise über Solar-Carports. Herbert Klein, Vorsitzender des IHK-Gremiums, hinterfragte die Netzstabilität: „Wenn in einem Privathaushalt das Licht flackert, ist das vielleicht nicht so dramatisch, für ein Unternehmen unter Umständen schon.“ Man müsse dringend an der Speichermöglichkeit arbeiten, stimmte Martin zu. Alle IHK-Gremiumsmitglieder waren nicht überzeugt: „Am Ende vom Tag werden wir auf konventionelle Technik setzen“, konterte Winfried Schaur, Werksleiter von UPM Schongau. Die Position der IHK ist ebenfalls eindeutig: Die Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise müssten unter allen Umständen gewährleistet bleiben.

Elke Robert

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