Suchen eine neue Bleibe: „Lechscouts“-Stammführer Sebastian Hirschmann (li.) und die Schongauer Pfadfinder. foto: tf

„Wir Pfadfinder sollen entsorgt werden“

Schongau - Die „Lechscouts“ müssen aus der TSV Halle ausziehen und suchen händeringend nach einer neuen Bleibe. Aber bis jetzt ist noch keine Lösung in Sicht.

Die Suche nach einem neuen Zuhause für die Schongauer Pfadfinder wird langsam zur unendlichen Geschichte. Seit knapp einem Jahr suchen die „Lech-scouts“ ohne Erfolg nach einer neuen Bleibe. Jetzt wird die Zeit knapp und die Pfadfinder nervös.

„Am 28. Februar müssen wir aus der TSV-Halle raus. Es muss schleunigst etwas passieren, sonst sitzen wir auf der Straße“, sagt Altstammführer Dirk Hessling. Gespräche mit der Stadt, die der Gruppe bei ihrer Suche unter die Arme greifen wollte, seien aber im Sande verlaufen.

Ein Fakt, der Hessling regelrecht in Rage bringt. „Seit 30 Jahren betreiben die Pfadfinder aktive Jugenarbeit in Schongau. Jetzt sollen sie einfach entsorgt werden. Das ist ein Unding“, schimpft er. Zwar habe die Kommune einige Räume angeboten, diese seien laut dem Altstammführer aber eine „Frechheit und unzumutbar“. „In einem Gebäude ist das Wasser aus allen Löchern gekommen. Die anderen waren viel zu klein“, erklärt Hessling. Denn immerhin soll das neue Pfadfinderheim Platz für 50 Mitglieder sowie die umfangreiche Ausrüstung bieten.

Vergangene Woche war die Unterkunftssuche nun auch das Hauptthema eines Elternabends der Lechscouts. Die Aussagen der Anwesenden dazu waren eindeutig. „Die Stadt ist in der Pflicht. Es muss etwas getan werden“, forderten die aufgebrachten Eltern.

Aber es gab auch konstruktive Vorschläge. „Wenn die Kommune nicht hilft, müssen wir eben selber etwas unternehmen. Wieso bauen wir nicht eine Blockhütte an den Waldrand?“, fragte ein Vater. Eine Idee, die bei Hessling und Stammführer Sebastian Hirschmann zwar Zuspruch fand, aber in der Umsetzung wohl nicht realisierbar ist. „Dazu müssten wir eine Menge Geld aufbringen, und das haben wir nicht“, stellte Hirschmann klar.

Den Pfadfindern bleibt daher nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass sich vielleicht doch noch geeignete Räume finden. Sollte sich in den kommenden Wochen aber keine Alternative ergeben, werden die Pfadfinder übergangsweise ins Jugendzentrum in der Bürgermeister-Lechenbauer-Straße ziehen.

Eine Dauerlösung soll das aber nicht werden. „Wir werden weiter kämpfen, bis eine annehmbare Bleibe gefunden ist“, stellt Hessling klar und schickt im selben Atemzug noch eine Warnung an die Stadt hinterher. „Ich werde alle Hebel in Bewegung setzten. Wenn gar nichts mehr geht, werde ich auch überregional Alarm schlagen."

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