Hans Geisenberger Er verzichtet auf eine Landrats-Kandidatur.

"Wir wollen auf jeden Fall zulegen"

Weilheim-Schongau - Die Unabhängigen und die ÖDP treten bei den Kreistagswahlen in Weilheim-Schongau wieder gemeinsam an. Im Gegensatz zu SPD, CSU, Grünen und BfL hat die Kreistagsfraktion Unabhängige/ÖDP auf einen eigenen Landratskandidaten verzichtet.

„Wir wollten keinen Pseudokandidaten“, sagte Agnes Edenhofer (Oberhausen, ÖDP) bei der Vorstellungen des gemeinsamen Wahlprogramms. In Frage gekommen wäre der langjährige Kreisrat und Fraktionssprecher der Unabhängigen, Hans Geisenberger (Sachsenried). Doch der ist gerade „privat ziemlich eingespannt“ und habe deswegen verzichtet.

In ihrem Wahlprogramm setzen Unabhängige/ÖDP vor allem auf Dezentralität in vielen Bereichen, zum Beispiel in der Energiepolitik. Strom und Wärmenetze müssten in kommunaler Hand bleiben oder zurückkehren. Beim geplanten Neubau der Berufsschule Weilheim sei strikt auf die Einhaltung der Kosten zu schauen. In der Jugendpolitik solle vor allem auf die Wünsche der Betroffenen geachtet werden. Den ÖPNV wollen Unabhängige/ÖDP optimieren, unter anderem durch ein ausgetüfteltes Zusammenspiel von Bahn, Bus und Sammeltaxis. Zudem fordern Geisenberger und Edenhofer eine Begrenzung der Kreisumlage, die zu Lasten der Gemeinde gehe, und gleichzeitig einen Abbau der Schulden. Grundsätzlich seien bei allen Entscheidungen des Kreistages „die Bürger mitzunehmen“.

Im Gegensatz zu anderen (kleineren) Parteien und Gruppierungen hatten ÖDP und Unabhängige laut Geisenberger keinerlei Probleme, die Liste mit 60 Kandidaten voll zu bekommen. Hinter Geisenberger und Edenhofer folgen der Wessobrunner Bürgermeister und frühere Gewerkschafter Helmut Dinter und der Schongauer Arzt Dr. Armin Kirschner. Dieser will sich für eine Beibehaltung der regionalen Gesundheitsversorgung einsetzen, von der würden vor allem Menschen nach einem Schlaganfall profitieren.

Zu den Kandidaten auf der Liste gehören auch der Peißenberger (Ex-CSU)-Marktrat Rudi Mach sowie die Peißenberger Bürgermeisterin Manuela Vanni (früher SPD) und der Weilheimer Bürgermeister-Kandidat Ulrich Klinkicht („Miteinander“).

Aktuell stellt die Fraktion vier Kreisräte (neben Geisenberger und Edenhofer noch den Rottenbucher Andreas Keller sowie Michael Kirchbichler aus Forst). „Wir wollen auf jeden Fall zulegen“, so Geisenberger.

Die Unabhängigen sind seit 1990 im Kreisrat und haben sich vor allem gegen eine Müllverbrennungsanlage im Landkreis eingesetzt. Zuletzt schrumpfte die Fraktion: 1996 stellte sie noch neun Kreisräte, 2002 noch sechs. Der erneute Rückgang 2008 ist vor allem auf das erstmalige Antreten der Bürger für den Landkreis (BfL) zurückzuführen. Einige Kreisräte, darunter Landratskandidat Wolfgang Taffertshofer, haben die Unabhängigen verlassen, die sich dann mit der ÖDP zusammenschlossen.

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