1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schongau
  4. Region Schongau

Wird Schongauer Volksfest wiederbelebt?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Er will das Schongauer Volksfest wiederbeleben: Ronny Grubart vor dem Fahrgeschäft „Tornado 4D“, mit dem er und seine Familie bis gestern auf dem Memminger Jahrmarkt vertreten war.  foto: fkn
Er will das Schongauer Volksfest wiederbeleben: Ronny Grubart vor dem Fahrgeschäft „Tornado 4D“, mit dem er und seine Familie bis gestern auf dem Memminger Jahrmarkt vertreten war. foto: fkn

Schongau - Nach der 154. Auflage war die Tradition des Schongauer Volksfests im Jahr 2010 zu Ende. Jetzt könnte es doch noch Nummer 155 geben.

Die Schongauer trinken zu wenig - das war kurz zusammengefasst der Grund, warum es nach 2010 kein Volksfest mehr gab. Es fand sich, trotz zahlreicher Versuche vom Tourismusverein, einfach kein Festwirt mehr, der nach Schongau kommen wollte, und ohne Bierzelt auch kein Volksfest. Viele Wechsel in der jüngeren Vergangenheit hatten den Standort sozusagen „verbrannt“, der Besuch hatte immer mehr nachgelassen. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Volksfest einfach nicht mehr zeitgemäß ist“, hatte Ursula Diesch von der Schongauer Tourist Info damals achselzuckend gesagt.

Doch ist das wirklich so? Bei einer Umfrage der Schongauer Nachrichten vor einigen Monaten hat sich die deutliche Mehrheit der Befragten das Schongauer Volksfest zurückgewünscht. Diese Umfrage hat auch Ronny Grubart gelesen - „und sie hat mich in dem Plan bestärkt, in Schongau wieder etwas auf die Beine zu stellen“.

Grubart, der aus der Nähe von Isny im Allgäu stammt, hat das Schaustellergewerbe quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Bereits in sechster Generation ist seine Familie in dem Bereich tätig, er selbst arbeitet seit sieben Jahren als Generalunternehmer, obwohl er erst 27 Jahre alt ist. Generalunternehmer bedeutet: „Ich habe einen Vertrag mit der jeweiligen Stadt, alles liegt in meiner Hand“, so Grubart. Er sorgt also nicht nur fürs Festzelt, sondern auch für alle Fahrgeschäfte, Imbiss- und Wurfbuden. Viele davon sind im Familienbesitz (auch Eltern und Onkel helfen mit), mit anderen Anbietern schließt er Verträge ab. Neben dem Besuch von Volksfesten als normaler Aussteller mit einzelnen Fahrgeschäften führt Grubart 40 Veranstaltungen pro Jahr als Generalanbieter durch, vor allem in der Ulmer Gegend. Durch dieses Konstrukt ist es ihm möglich, wechselnde Attraktionen auf den jeweiligen Volks- oder Stadtfesten anzubieten.

Denn genau daran hat es Grubart zufolge in Schongau zuletzt gehapert. „Wir waren früher oft dort, zum Beispiel mit einem Ketten- oder Kinderkarussell, und haben gesehen, dass es fast immer die selben Attraktionen gab.“ Das will er ändern, hat auch schon Konzepte im Kopf. Er will weg vom „Bierzelt-Sauffest“ und neue Besuchergruppen erschließen. „Es wird eventuell anders als andere Volksfeste, mit Programmpunkten, die nicht unbedingt typisch sind“, sagt Grubart, will aber noch nicht zu viel verraten. Zudem muss der Stadtrat am morgigen Dienstag erst noch zustimmen. Aber die ersten Gespräche mit Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman waren „sehr sympathisch. Ich bin ihm dankbar, dass er dieses Thema in den Stadtrat aufnimmt.“

Dass der Plan, das Schongauer Volksfest zu reaktivieren, aufgehen kann, davon ist Grubart überzeugt. „Ich habe gute Erinnerungen, habe mit vielen Leuten gesprochen. Das Potenzial ist da.“ Als Termin hat er den September im Kopf - direkt vor der Wiesn. Dann könnten sich die Schongauer daheim ordentlich in Stimmung bringen.

bo

Auch interessant

Kommentare