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Die freien Containerplätze sorgen wegen Verschmutzung immer wieder für Ärger.

Blick nach Landsberg

Weniger Container für Altpapier

Seit 2011 gibt es die Papiertonne im Landkreis Landsberg. Neben der Tonne besteht außerdem das System der Vereinssammlung sowie die Möglichkeit, Altpapier in den Containern der 34 Wertstoffhöfe und den zehn frei zugänglichen Containerplätzen in Landsberg und Kaufering zu entsorgen. Dies könnte sich bald ändern.

LandsbergDer Vertrag über Sammlung, Transport, Übergabe und Vermarktung des Papiers mit Veolia Umweltservice Süd GmbH&Co. KG läuft nun aus. Ein Grund für Johann Bernauer von der Kommunalen Abfallwirtschaft, das ganze System einmal zu überdenken. Seit der letzten Ausschreibung im Jahr 2013 haben sich die Rahmenbedingungen, laut Johann Bernauer, in nicht unerheblichem Umfang geändert. Vor allem die Einführung der Papiertonne sei ein voller Erfolg – über die Tonne werde am meisten Papier gesammelt.

Im vergangenen Jahr waren es 6175 Tonnen. Seit deren Einführung sind die Mengen bei der Containersammlung hingegen deutlich zurückgegangen: Während 2010 noch 7863 Tonnen über das Bringsystem gesammelt wurden, waren es 2016 nur noch 3229 Tonnen. Die Systemkosten für die Containersammlung liegen bei 77 Euro pro Tonne, bei der Papiertonne bei rund 72 Euro. Die Vereinssammlung liegt hier mit 106 Euro pro Tonne deutlich an der Spitze.

Für eine Neuausschreibung müsse man nun entscheiden, ob alles beim Alten belassen oder Änderungen vorgenommen werden sollen, erklärte Bernauer in der jüngsten Sitzung des Landsberger Kreisausschusses. In Betracht käme beispielsweise ein Wegfall der kostenintensiven Vereinssammlung oder eine Reduzierung der frei zugänglichen Containerplätze. Vorschlag der Verwaltung: Die bisher zehn Containerplätze – neun in Landsberg und einer in Kaufering – könnten auf nur noch zwei reduziert werden. Bernauer schlug vor, die Containerplätze am Wiesenring/ Erpftinger Straße in Landsberg und in der Bayernstraße in Kaufering beizubehalten und dort dafür größere Sammelcontainer aufzustellen. Die anderen acht Anlaufstellen seien reduzierbar.

An die Vereinssammlung wollte keiner der Kreisräte heran. Diese soll – obwohl es sich um ein sehr teures System handelt – erhalten bleiben, so der Tenor aus dem Gremium. Auch die Abschaffung von acht Containersammelstellen stieß auf Widerstand: „Warum will man sie abschaffen?“, fragte Oberbürgermeister Mathias Neuner. Seiner Ansicht nach handele es sich dabei um ein regelrechtes „Erfolgsmodell“. Laut Bernauer gebe es aber immer wieder massive Beschwerden von Anwohnern und auch von Seiten der Stadtverwaltung wegen Verschmutzung rund um diese freien Plätze.

Neuner hingegen sieht das Problem weniger bei den Papier- als bei den Flaschencontainern. Auch Renate Standfest (GAL) stellte sich auf die Seite Neuners: „Wenn das Papier weg soll, dann auch das Glas“, plädierte sie. Außerdem solle das immer in Abstimmung mit der Stadt geschehen. Für die Entsorgung von Glas ist allerdings nicht der Landkreis zuständig, sondern die Duales System Deutschland GmbH (DSD), wie Bernauer zu bedenken gab.

Auch Albert Thurner (SPD) sprach sich dagegen aus, Containerplätze zu schließen – zumindest sollte es in seinen Augen nicht so radikal geschehen. Quirin Krötz (CSU) sieht ebenfalls in einer „maßvollen Reduktion“ die beste Lösung. Für Landrat Thomas Eichinger hingegen ist ganz klar: Man müsse immer mehr auf das Holsystem übergehen und das Bringsystem nur noch selten anwenden.

Der Vertrag über Sammlung, Transport, Übergabe und Vermarktung von Altpapier soll nun neu ausgeschrieben werden. Der laufende Vertrag soll fristgerecht zum 31. März 2018 gekündigt werden. Das beschloss der Kreisausschuss einstimmig. Einig war man sich auch, die frei zugänglichen Containerplätze langsam – OB Mathias Neuner sprach sich dafür aus, die Angelegenheit erst in drei Jahren anzupacken – zu reduzieren.

Astrid Neumann

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