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Mit dem Fasttrack-Programm setzten Hirschvogel, Hoerbiger und die Max-Aicher-Gruppe auf die Ideen von Unternehmensgründern. Die können für ihre Projekte zum Beispiel den 3D-Drucker nutzen, dessen Produkt hier (v.l.) Florian Geretshuber, Dr. Ansgar Damm und Michael 

Start-up-Programm von Automobilzulieferern

Unterstützung für innovative Ideen

Die Automobilzulieferer Hirschvogel, Hoerbiger und die Max-Aicher-Gruppe haben sich zusammengetan, um Unternehmensgründer zu unterstützen. Auch die drei Firmen profitieren von dem sogenannten Fasttrack-Programm.

Weilheim-Schongau/Landsberg – Technische Innovationen haben eine kurze Halbwertszeit: was heute noch neu ist, ist morgen schon ein alter Hut. Für Unternehmen gilt es deshalb, am Puls der Zeit zu bleiben, da, wo Neues entsteht. Um das umzusetzen, haben sich die drei regionalen Automobilzulieferer Hirschvogel, Hoerbiger und die Max-Aicher-Gruppe zusammengetan – und unter der Koordination der Hirschvogel-Schwester Ceravis Incubation GmbH das sogenannte Fasttrack-Programm ins Leben gerufen: Start-ups, also Unternehmensgründer, werden bei der Umsetzung neuer Produktideen unterstützt.

Die Gründer profitieren vom Wissen der Firmen, von deren finanzieller Unterstützung und von der Möglichkeit, ihre Idee gleich in der Realität ausprobieren und vielleicht sogar wirtschaftlich rentabel umsetzen zu können: der direkte Weg von der Idee zur Realisation, ohne Umwege. Zudem haben sie die Möglichkeit, die Werkstätten und Technologien der Firmen zu nutzen. Wie zum Beispiel Büroräume oder den 3D-Drucker.

Zugleich werden so junge Kreative in den Landkreis geholt, die die digitale Innovation in den Mittelstand tragen. Die Firmen bekommen agile Denker mit innovativen Ideen, die die eigene Produktion im besten Fall revolutionieren können.

Die erste Runde des Programms hat es bewiesen: Die Idee trägt. Von November letzten Jahres bis zum Juni starteten die drei Unternehmen ihre erste Suche. „Wer meint, die Start-up-Szene sei in Berlin, täuscht sich“, berichtet Florian Geretshuber von Ceravis: Satte 350 Bewerbungen gingen ein. Und wurden auf 19 Start-ups reduziert, die ihre Projekte direkt vor Mitarbeitern aller drei Firmen präsentierten.

Letztendlich konnten neun Unternehmen insgesamt zwölf Projekte realisieren. Nur ein Start-up brach das Projekt nach zwei Monaten im gegenseitigen Einverständnis ab. „Im besten Fall gehen die Start-ups mit drei guten Partnern raus“, fasst Strommer zusammen.

Zum Beispiel wurden im Rahmen des Fasttrack-Programms Studenten der Universität Heidelberg ausgewählt. Das Team kreierte eine Kamera, die auf einen Roboter montiert Fertigungsschritte optimal kontrollieren lässt. Ein anderes Start-up befasste sich mit einer neuen Beschichtungstechnik. Wieder andere lieferten eine Brille, auf deren Gläsern die Bauanleitung beliebiger Produkte projiziert werden kann. Es geht also um Anwendungen, die in der Industrie zum Tragen kommen. Themen, die für das Unternehmenstrio interessant sind, liegen im Bereich Daten, künstliche Intelligenz, Robotik oder auch neue Materialien.

Die zweite Runde des Fasttrack-Projekts läuft bereits. Bis Sonntag, 2. September, können sich Start-ups bewerben. Ausgewählte Unternehmensgründer stellen ihre Projekte dann am 15. Oktober vor. Die Bewerber sollten in Europa ansässig sein. „Spannende Projekte beispielsweise aus Israel oder Übersee sind für uns natürlich auch interessant. Aber wir wollen den regionalen Aspekt hervorheben“, betont Geretshuber. Gerne werden also auch Bewerbungen hiesiger Start-ups gesehen. Die gebe es im Raum München in rauen Mengen, meint Dr. Ansgar Damm, Leiter Forschung und Entwicklung bei Hoerbiger.

Bis jetzt sind 40 Bewerbungen eingegangen, berichtet Geretshuber. Einige Themengebiete seien herausgefallen, was aber die Qualität der Bewerbungen insgesamt massiv erhöht habe. Zudem hat Ceravis das Kontaktieren der Start-ups dieses Mal einem Dienstleister übertragen, der die Auswahl von vorneherein weniger breit fächerte. Dennoch sei er überzeugt, dass am letzten Wochenende noch gut 60 Bewerbungen dazukämen, schmunzelt Geretshuber: „Man kennt das ja selbst, manches passiert eben erst auf den letzten Drücker.“ Wie sich die Info über das Fasttrack-Programm verbreite, sei spannend, berichtet Damm: „Da gibt es jede Menge WhatsApp-Gruppen.“

Vorgestellt werden die ausgewählten Projekte am 15. Mai 2019. Dann wird sich zeigen, welche neuen Ideen den Sprung vom genialen Hirn des Erfinders in die Gefilde der Realität geschafft haben.

von Susanne Greiner

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