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So sehen die Gräberreihen auf dem Alten Friedhof in Peiting heute aus.

Langzeitprojekt auf dem Alten Friedhof in Peiting

Nach 20 Jahren: Fast alle Gräber umgebaut

Peiting - Es hat im wahrsten Sinne des Wortes im Stillen stattgefunden: Ein Riesen-Projekt auf dem Alten Friedhof in Peiting, das jetzt, nach immerhin 21 Jahren, kurz vor dem Abschluss steht. Zahlreiche Grabsteine wurden versetzt, um zwischen den einzelnen Reihen Platz zu schaffen.

Immer wieder wurde in das Großprojekt reingebuttert. Mal hier im Haushalt, mal da. Seit mehr als zwei Jahrzehnten. Kein Wunder, dass die Maßnahme fast unbemerkt über die Bühne gegangen ist – zumal ein Friedhof ja keine Bühne für ein großes Spektakel ist. Aber immerhin: Über die Jahre hinweg hat die Gemeinde Peiting 276 000 Euro und 259 000 Mark investiert. Warum so viel in Grabreihen investieren? Das erklärt Christian Hack, im Peitinger Bauamt für Hochbau und Gebäudeunterhalt zuständig: „Weil die Grabsteine früher alle in die gleiche Richtung gezeigt haben, waren die Wege zwischen den Gräbern sehr schmal. „Eine Schubkarre ging gerade so durch.“ Jetzt, nach dem Umbau, ist der Weg zirka eineinhalb Meter breit. Schön, könnte man jetzt sagen. Schön, für die Grabbesitzer, die haben ja viel mehr Platz. Doch tatsächlich hat man auf dem Alten Friedhof keinesfalls nur aus kosmetischen Gründen so viel Geld investiert. Vor einer Bestattung muss der Bagger anrücken, um das Grab auszuheben. Ein Vorgang, der sich in der Vergangenheit alles andere als einfach gestaltet hat. „Mit Hölzern und Bohlen mussten Brücken über Gräber gebaut werden, damit der durchkommt“, schildert Christian Hack das Problem, mit dem man in der Vergangenheit zu kämpfen hatte. Einmal, erzählt er, ist sogar der Bagger umgefallen, hat bei ein paar Gräbern Steine umgerissen. Was weder lustig für den Baggerfahrer, noch für die betroffenen Grabbesitzer ist. Darum hat man immer wieder über die Jahre hinweg investiert in die „Mords-Maßnahme“. Denn aufwändig war die ganze Sache: Alle Grabbesitzer werden angeschrieben, müssen zustimmen. Dann werden alle Gräber fotografiert – von der Gemeinde und später nochmals vom beauftragten Steinmetz. Damit beim Wiederaufbau nichts schiefgeht, jeder Stein wieder dort auftaucht, wo er auch vorher stand. Jeder Grabstein muss dann auch noch auf eventuelle Vor-Schäden untersucht werden. Dann kommt erst die Hauptarbeit. Alle Gräber werden abgebaut. Komplett. Später wird ein komplett neues Fundament gegossen, die Grabsteine quasi vom Kopfende ans Fußende gesetzt. Und die Randsteine wieder aufgebaut. Ist alles fertig, stehen die Gräber Kopf an Kopf. Und es ist Platz geschaffen. In diesem Jahr ist man die Reihen fünf und sechs in Abteilung drei im südöstlichen Teil des Alten Friedhofs angegangen. Los ging’s an Pfingsten, jetzt ist fast alles fertig. „Der Bauhof füllt gerade Humus rein, dann können die Gräber wieder bepflanzt werden“, so Hack. Da wartet also auch ein bisschen Arbeit auf die Grabbesitzer. Denen ist man bei der Gemeinde Peiting dankbar, dass sie alle den Umbau mitgetragen haben. Für kleine Probleme wurden immer Lösungen gefunden. Und jetzt ist bald das ganze Platzproblem zwischen den Gräbern gelöst: Fast alles ist umgebaut. Nur noch im Bereich hinter dem Leichenhaus fehlen ein paar einzelne Gräber. Sind die irgendwann auch noch gemacht, kehrt auf dem Friedhof endlich wieder die gewohnte Ruhe ein.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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