Friedensbotschafter in Peiting: Bürgermeister Michael Asam (mit Fackel) und Sportreferent Max Schmid haben die international besetzte Laufgruppe mit Koordinator Andreas Schmitz (links) in Empfang genommen. foto: schelle

Laufen für den Weltfrieden

Peiting - Der weltgrößte Friedenslauf hat am Montag Station in Peiting gemacht. Er soll die Menschen auf ein grenzüberschreitendes, harmonisches Miteinander aufmerksam machen.

„Wir laufen nur, für den Frieden sind die Menschen selbst verantwortlich“, sagt Andreas Schmitz, als er mit seiner international besetzten Laufgruppe am Montagabend den Rathausbrunnen in der Peitinger Marktgemeinde erreicht hat. Der Salzburger ist Streckenkoordinator des weltgrößten Friedenslaufs namens „peacerun“ und tourt mit seinen Sportlern durch ganz Europa. Derzeit macht sein Team in Deutschland Station. „Wir sind heute vom Zentrum Münchens erst nach Starnberg und von dort aus dann direkt nach Peiting gelaufen“, erzählt Schmitz dem Peitinger Bürgermeister Michael Asam, der die Sportler gemeinsam mit Sportreferent Max Schmid herzlich und mit einem Gläschen Sekt in Empfang genommen hatte.

Zwischen zehn und 20 Kilometer legt ein Teammitglied pro Tag zurück. „Wir wechseln uns immer ab, wichtig ist nur, dass einer immer auf der Strecke läuft.“ Alle anderen dürfen sich währenddessen im Shuttlebus ausruhen, ehe am Abend in einer von Schmitz kurzfristig ausgesuchten Unterkunft genächtigt wird. „In Peiting sponsert uns der Gasthof Dragoner eine kostenlose Übernachtung, ansonsten finanzieren wir uns aber selbst.“

Ins Leben gerufen wurde „peacerun“ 1987 vom indischen Dichter, Komponist, Musiker, Künstler und Sportler Sri Chinmoy, der Mitte der Sechziger nach New York übersiedelte. Seither haben Millionen von Menschen aus über 150 verschiedenen Ländern eine Friedensfackel weitergereicht. „Die Fackel soll das harmonische Zusammenleben zwischen Menschen aller Kulturen, Länder und Glaubensrichtungen symbolisieren“, so Schmitz, der selbst bislang in 75 verschiedenen Ländern unterwegs war und mit etwas Ironie seine interessanten Beobachtungen wie folgt zusammenfasst: „Die Mehrheit der Menschen möchte definitiv in Frieden zusammenleben und man merkt, dass jeder etwas Positives bewegen kann. Wir sagen immer spaßeshalber, dass die Kriminellen nur besser organisiert sind.“

Weit entfernt von krimineller Energie sind in der Regel die Kinder. Deshalb besuchen die Peace-Run-Friedensbotschafter nicht nur die Rathäuser einzelner Städte und Gemeinden. „Es ist einfach schön zu sehen, wie die Augen der jungen Schüler beim Überreichen der Friedensfackel plötzlich zu leuchten beginnen.“ Ein wichtiger Bestandteil der Tour sei deshalb das regelmäßige Besuchen der auf dem Weg liegenden Schulen. „Morgen geht es über den Bodensee in die Schweiz nach Zürich und Basel, davor möchten wir aber noch die Friedensbotschaft an die Schüler in Schongau und Altenstadt überbringen.“

Ob die wohl auch so gut angekommen ist wie bei Bürgermeister Asam? „Ich bin froh, dass der weltgrößte Friedenslauf in Peiting Station gemacht hat. Wir haben so in kürzester Zeit sehr tolle Menschen kennengelernt“, schwärmt der Rathauschef, der sich so eine positive Lebenseinstellung nur zu gern bei allen Menschen wünschen würde. „Dann hätten wir mit Sicherheit keine Probleme“, macht er als treffendes Beispiel auf die aktuellen Unruhen in der Ukraine aufmerksam.

Johannes Schelle

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