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Die Arbeiter der Flussmeisterstelle des Wasserwirtschaftsamtes haben am Lechufer ein wertvolles Biotop vergrößert. (v.l.) Flussmeister Stefan Kotz, Alfons Hackl, Andreas Steigenberger, Peter Wegele und Gebietsbetreuer Stephan Günther.

lechufer zwischen hohenfurch und kinsau

Ausholzen für Artenvielfalt

Kinsau/Hohenfurch – Am Lechufer zwischen Hohenfurcher und Kinsauer Staustufe hat die Flussmeisterstelle des Wasserwirtschaftsamtes Baumfällarbeiten durchgeführt. So soll ein lichter Wald wiederhergestellt werden, um zahlreich bedrohten Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum zu bietet.

Auf Flächen des Wasserwirtschaftsamtes gibt es immer wieder Natur-Relikte aus der Zeit, als der Lech noch ein Wildfluss war. Lebensraumtypen wie Flussschotterheiden und lichte Kiefernwälder müssen gepflegt werden, um weiterhin Heimat für Frauenschuh, Wacholder und Enzian sein zu können. Der Gebietsbetreuer vom Lebensraum Lechtal, Stephan Günther, organisiert Pflegeeinsätze von Freiwilligen oder betreut die naturschutzorientierte Beweidung der Flächen.

Vor ein paar Wochen meldete sich Stefan Kotz, Flussmeister des Wasserwirtschaftsamt für Landsberg und Weilheim-Schongau, mit einer für Günther höchsterfreulichen Nachricht: „Ich habe noch etwas Arbeitskapazität frei, ob seine Leute nicht irgendwo etwas Sinnvolles für den Naturschutz tun könnten?“

Nährboden für seltene Tier- und Pflanzenarten

Da lässt sich Günther nicht zwei Mal bitten: Am Lechufer zwischen der Hohenfurcher und Kinsauer Staustufe wurden schon in den Vorjahren auf Grundstücken des Freistaates und UPM verbuschte Bereiche aufgelichtet. Dieses wertvolle Biotop wurde nun von der Flussmeisterstelle erweitert: „Seltene Tier- und Pflanzenarten wie Schlingnatter, Schneeheide und Mückenhändelwurz, eine Orchidee, konnten hier auf wenigen Quadratmetern Fläche überleben, während außen herum der Wald durch ausbleibende Lech-Hochwasser immer dichter und dunkler wurde“, so Günther über den naturschutzfachlichen Hintergrund.

Die Arbeiter der Flussmeisterstelle haben nun zwanzig Fichten gefällt und mit schwerem Gerät abtransportiert. Dadurch bekommen die alt angestammten Kiefern und Wacholder mehr Licht. Auch Reptilien und Schmetterlinge profitieren von erhöhter Sonneneinstrahlung. Flussmeister Kotz und Gebietsbetreuer Günther haben dabei darauf geachtet, dass trotz Maschineneinsatz keine Schäden an Boden und Natur entstehen.

Naturschätze bewahren

„Uns freut es ganz besonders, wenn Grundeigentümer wie hier das Wasserwirtschaftsamt auf uns zukommen, um etwas für den Naturschutz zu unternehmen“, sagt Günther, der davon überzeugt ist, dass es nur im Miteinander zwischen Eigentümern und Landnutzern gelingt, die wertvollen Naturschätze des Lechtals auch für kommende Generationen zu bewahren: „Aktuell werden für den Mittleren Lech die Natura-2000-Managementpläne erstellt. Da können solche Aktionen wie diese als gutes Beispiel dienen.“

Auch Kotz freut sich über die Aktion: „Meine Leute und ich haben vor ein paar Jahren schon die Lechaue bei Gründl ausgeholzt, auch in Zusammenarbeit mit dem Lebensraum Lechtal. Es ist toll zu sehen, wie sich dort die Landschaft verändert und seltene Pflanzen zurückkehren.“

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