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Der Kunstmaler Alfons Ettenhuber hat es hervorragend verstanden, alte Meister zu kopieren. 

Trauriges Schicksal

Bekannter Maler stirbt einsam - erst Tage später findet ihn die Polizei

Der Schongauer Kunstmaler Alfons Ettenhuber war ein Genie. Er hat große Meister wie Rembrandt, Dürer und Degas kopiert und seine Werke auf Ausstellungen gezeigt. Jetzt fand sein Leben ein ganz trauriges Ende.

Lechbruck – „Ich fühle mich einsam, sehr einsam sogar“, hatte Alfons Ettenhuber schon vor Jahren einmal gesagt. Seine Familie hatte er früh verloren, er musste öfters umziehen, nur wenige Freunde sind ihm geblieben. „Ich habe früher mal acht Monate in der Wildnis in einer Einöde gelebt, da war ich keinen Tag einsam – nur allein“, erzählte der aus Schongau stammende Künstler, der einen starken Bezug zu Tieren hatte. In der Einsamkeit habe er sich vor allem mit Katzen und Vögeln beschäftigt. Sie seien ihm ein ständiger Begleiter gewesen. „Von Tieren kann man viel lernen“, so die Erfahrung Ettenhubers.

Abwechslung in der Einsamkeit bot ihm in erster Linie die Malerei. Wenn nämlich das Genie in ihm erwachte und zur Entfaltung kam, dann war Alfons Ettenhuber zu Großem fähig: Dann kopierte er alte Meister in einer Perfektion, wie sie kaum ein anderer beherrschte. Den Hasen von Albrecht Dürer malte er originalgetreu nach, da stimmte jedes Härchen, und auch zahlreiche Werke von Spitzweg, Defregger, Monet, Rembrandt, Degas, Murillo und anderen weltbekannten Malern kopierte er meisterlich auf die Leinwand.

Beliebte, eigene Motive waren für den einsamen Lechbrucker aber auch Tiere und Landschaften. Über 3000 Bilder kamen im Laufe der Zeit zusammen, wovon er einen Großteil verkaufen konnte. „Die Nachtwache“ von Rembrandt wollte er gerne noch in Angriff nehmen – ein riesiges Gemälde, „aber das hat in meiner bescheidenen Wohnung gar nicht Platz“, musste der Künstler zugeben.

An sich selber dachte er immer zuletzt - jetzt starb er vereinsamt

In Ettenhuber steckte aber auch ein Erfinder. Er habe, so berichtete er einst stolz, einen Drei-Zylinder-Gegenläufer-Sternmotor entwickelt. „Der wartet nur darauf, fertiggestellt zu werden“, erzählte der gelernte Konstrukteur. Nur die Zündanlage fehlte noch. „Ich will Geld verdienen, um Leuten in schwierigen Lebenssituationen helfen zu können“, war immer seine Devise. An sich selber, der finanziell kaum über die Runden kam, dachte Ettenhuber immer zuletzt. „Ich bin ein vom Helfer-Syndrom geplagter Mensch“, sagte der einsame Maler über sich.

In Lechbruck ist Ettenhuber jetzt einsam gestorben. Er lag leblos in seiner Wohnung, unbemerkt von den Nachbarn. Anscheinend hat ihn niemand vermisst. Ettenhuber lebte zurückgezogen, konnte sich nichts mehr leisten. In Schongau wollte er mal eine Ausstellung machen, hatte aber kein Geld für die Anmietung des Ballenhaussaales. Durch einen Aufruf in der Heimatzeitung sind Freunde eingesprungen, die ihm bei der Saalmiete unter die Arme griffen. Ettenhuber zog sich aber immer mehr zurück, er wollte es selber schaffen, ohne fremde Hilfe. Nur wenige Freunde sind ihm geblieben.

Am Abend des 7. Februar wurde Ettenhuber durch eine Streife der Polizeiinspektion Füssen tot in seiner Wohnung aufgefunden. Es ist davon auszugehen, dass er bereits mehrere Tage dort lag. Genaueres ist nicht bekannt. „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden, es wird von einem natürlichen Tod ausgegangen“, teilte ein Sprecher der Polizei in Kempten mit.

Den Nachbarn war sein Verschwinden offenbar nicht aufgefallen. Ein Bekannter von Ettenhuber machte sich aber Sorgen, da er „den Alfons“ telefonisch nicht mehr erreichen konnte. Vor Ort wurde der Pkw des Verstorbenen eingeschneit vorgefunden, zudem quoll der Briefkasten bereits über, woraufhin der Bekannte die Polizei informierte.

Bürgermeister spricht von traurigem Schicksal

„Ein trauriges Schicksal“, sagte der Lechbrucker Bürgermeister Helmut Angl, als er von Ettenhubers Tod erfuhr. Offenbar hat niemand gewusst, wie schlimm es um den 72-Jährigen stand. Sonst hätte er auch von der Bürgermeister-Angl-Stiftung profitieren können.

Diese Stiftung, die der Lechbrucker Bürgermeister vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat, setzt sich für Kinderarmut und Altersarmut im Ort ein.

Wann Alfons Ettenhuber in Schongau beerdigt wird (Naturbestattung), steht noch nicht genau fest.

Von Michael Gretschmann

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