Er will auch wieder investieren: Werner Moll wird von der Freien Wählergemeinschaft Lechbruck ins Rennen um das Bürgermeisteramt geschickt.
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Er will auch wieder investieren: Werner Moll wird von der Freien Wählergemeinschaft Lechbruck ins Rennen um das Bürgermeisteramt geschickt.

Bürgermeisterwahl 2020 im Flößerdorf

Kämmerer kandidiert für Lechbrucker Rathaus-Spitze

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Die Freie Wählergemeinschaft Lechbruck schickt mit Werner Moll ein politisches Schwergewicht ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Er wünscht sich vor allem einen fairen Wahlkampf.

Lechbruck – Der geplante Aufstieg vom Kämmerer zum Bürgermeister ist nicht ganz ungefährlich für den 56-jährigen Werner Moll, der mit seiner Familie in Bertoldshofen (Stadt Marktoberdorf) lebt. Sollte er in Lechbruck nicht gewählt werden, wird in Zukunft einer seiner Kontrahenten sein Chef sein. Molls Maßgabe ist daher „ein Wahlkampf, der fair und von gegenseitigem Respekt geprägt sein wird“, sagt er. „Ich kandidiere nicht gegen meine Mitstreiter, sondern als Mitbewerber.“

Moll, der im Ostallgäu politisch als Stadt- und Kreisrat aktiv ist, hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Der 56-Jährige ist der absolute Wunschkandidat der Freien Wählergemeinschaft Lechbruck, die mit Helmut Angl auch den amtierenden Bürgermeister stellt. „Er ist fachlich wie menschlich die Idealbesetzung für dieses Amt“, sagt der Vorsitzende Claus Vogt über Moll.

Bürgermeisterkandidat Werner Moll weiß genau, was er in Lechbruck anpacken will

Der Vater von zwei erwachsenen Kindern hat schon klare Vorstellungen, welche Themen er als Bürgermeister in Lechbruck anpacken will. Nachdem der immens hohe Schuldenberg abgetragen ist, will der Kämmerer auch wieder investieren. Unter anderem strebt Moll den Neubau eines Kindergartens und eines Feuerwehrhauses an, berichtet er. Im alten Feuerwehrhaus möchte Moll dann Bücherei und Tourismusbüro unterbringen. Das Tourismusbüro arbeite derzeit im Rathaus in sehr beengten Verhältnissen.

Wie seine Mitstreiter Marcus Prost (FDP) und Enno Bremermann (CSU) macht sich Moll Gedanken über den Tourismus im Ort, den einige Einheimische mittlerweile als Belastung empfinden. Der 56-Jährige gibt zu Bedenken, dass jeder dritte Arbeitsplatz im Ort vom Tourismus abhänge. Und von den 360 000 Übernachtungen pro Jahr würden auch die Eigenheimbesitzer profitieren, weil der Wert ihrer Immobilien steige. Vom Volumen her habe sich der Tourismus für einen Ort mit 2700 Einwohnern aber enorm entwickelt, räumt der 56-Jährige ein. Und er zeigt Verständnis, dass Einheimische sagen, „das Ende des Fahnenmastes ist erreicht“. Moll rät dazu, „an der Qualität zu arbeiten“. Also weg vom Massen-, hin zum Qualitätstourismus. Als Bürgermeister will er in der Gemeinde „jede mögliche Hilfestellung bei den Rahmenbedingen“ geben. Das Tourismusbüro „im historischen Bestand“ wäre eine davon.

Bürgermeisterkandidat Werner Moll will nach Lechbruck ziehen

Und was sagen die Lechbrucker zu dem Kandidaten Moll? „Wieder kein Einheimischer, aber der erste, den man versteht“, hat Moll schon als Kompliment zu hören bekommen. Bekanntlich kommen seine Mitbewerber gebürtig aus Niedersachsen und dem Rheinland.

Und wahrscheinlich wird der gebürtige Marktoberdorfer Moll sogar noch ein Lechbrucker. Von Bertoldshofen sei es zwar nur eine Viertelstunde mit dem Auto, aber ein Umzug sei auf kurz oder lang unumgänglich, meint der 56-Jährige. Der Grund: „Bürgermeister ist ein 24-Stunden-Job.“

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