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Marcus Prost sieht Lechbruck bereits sehr gut aufgestellt.  

Kommunalwahl 2020

FDP-Kandidat gegen finanzielle Abenteuer in Lechbruck

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Nach einem gebürtigen Niedersachsen wirft als nächstes ein Rheinländer in Lechbruck seinen Hut in den Ring: Marcus Prost, Vorsitzender der Ostallgäuer FDP, wurde jüngst zum Bürgermeister-Kandidaten im Flößerdorf nominiert.

Lechbruck – Die Ansichten der Konkurrenten von CSU und FDP zu einem Reizthema in Lechbruck könnten nicht unterschiedlicher sein: Während CSU-Kandidat Enno Bremermann den Tourismus in Lechbruck offen hinterfragt (wir berichteten), hat sein Mitbewerber von der FDP überhaupt kein Problem mit der Zahl der Gäste im Ort. Ganz im Gegenteil: „Da haben wir noch Luft nach oben“, meint Marco Prost, der weiß, wie Massentourismus aussieht. Er arbeitet im Schloss Neuschwanstein.

Das Märchen-Schloss hatte den 46-Jährigen vor fünf Jahren ins Allgäu gelockt. Nach seiner Magisterarbeit war Prost bereits in verschiedenen Schlösserverwaltungen tätig, so auch auch im Neuen Palais in Potsdam-Sanssouci. Im Schloss Neuschwanstein ist er nun als Leiter des Führungsdienstes Chef der größten Abteilung der Schlossverwaltung und Vorgesetzter aller Schlossführer.

Lechbrucker Bürgermeisterkandidat Marcus Prost hat sich in das Flößerdorf verliebt

Gemeinsam mit seiner Frau war Prost nach der Stellenzusage ganz bewusst nach Lechbruck gezogen, berichtet er. Beide hätten sich „spontan in das Flößerdorf verliebt“. Die spätere Suche nach einem Eigenheim gestaltete sich für das Ehepaar und die Mutter des 46-Jährigen – sie war zwischenzeitlich auch nach Bayern gezogen – dann aber schwer. Ein bezahlbares Haus war in dem Flößerdorf nicht zu bekommen. Deshalb wohnt die Familie jetzt im gut 25 Kilometer entfernten Biessenhofen.

Als Rathauschef möchte Prost sich in Lechbruck weiter für den Ort engagieren. Er sieht die Gemeinde sehr gut aufgestellt. Sie habe eine hervorragende Infrastruktur und gute Haushaltslage. „Am grundsätzlichen Kurs der finanziellen Konsolidierung möchte ich nichts ändern“, betont er. „Finanzielle Abenteuer durch riskante Großprojekte sind mit mir nicht zu machen.“

Das will der Lechbrucker Bürgermeisterkandidat Marcus Prost anpacken

Verbessern will Prost das Erscheinungsbild um die Lechhalle herum und die Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit. Lechbruck wäre nicht so lebendig, würden sich nicht so viele Bürger für das Eisstadion, die Feuerwehr, die Musikkapelle, das Flößermuseum und in vielen anderen Vereinen engagieren, meint der 46-Jährige.

Als wichtigste Pluspunkte, die für ihn als Bürgermeister sprechen, nennt der gebürtige Rheinländer seine langjährige politische Erfahrung in zahlreichen Gremien. Prost war in der Berliner FDP in mehreren Parteigremien aktiv und gehörte fünf Jahre als Beigeordneter dem dortigen Landesvorstand an. In dem erlebte er Höhen und Tiefen der Landes- und Bezirkspolitik aus liberaler Sicht. Unter dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt habe er mehr politisches Handwerkszeug beigebracht bekommen als in Seminaren der Universität, findet der 46-Jährige.

Dass er als Rheinländer in Bayern nicht gewählt würde, glaubt Prost nicht: „Lechbruck ist durch seine Flößergeschichte immer ein weltoffenes Dorf, die Flößer sind viel in der Welt herumgekommen, das hat die Mentalität der Menschen hier bis heute geprägt.“

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