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Ökumenische Gottesdienste sind Pfarrer i.R. Horst Drosihn (links) aus Lechbruck immer schon ein be sonderes Anliegen. Unser Bild zeigt ihn zusammen mit Pfarrer Donatus Wagner aus Grän (Tirol).

Horst Drosihn seit 50 Jahren Priester

Ein Kämpfer für die Ökumene

Er gilt als streitbarer Theologe und ist im Schongauer Land bestens bekannt: Die Rede ist von Ruhestandpfarrer Horst Drosihn, mittlerweile 81 Jahre alt, aber immer noch ein Kämpfer für die Ökumene. Heuer kann der evangelische Ruhestandspfarrer auf sein 50-jähriges Priesterjubiläum zurückblicken.

Lechbruck – Es waren erlebnisreiche 50 Jahre, zum Beispiel als 1989 das Kreuzfahrtschiff „Maxim Gorky“ im Eismeer zu sinken drohte. Damals stand Horst Drosihn als Bordpfarrer den Passagieren bei. Bestens bekannt ist er aber auch auf der griechischen Insel Kos – als Ehrenbürger. Im Blickpunkt stand Pfarrer Drosihn aber auch, weil er sich weigerte, einen Strafzettel wegen Falschparkens zu bezahlen.

-Herr Drosihn, können Sie sich noch an Ihre Ordination vor 50 Jahren erinnern?

An die Ordination am 20. Juli 1968 in der Münchner Paul-Gerhardt-Kirche in Laim kann ich mich noch gut erinnern. Die segenspendenden Geistlichen waren damals Schmidt, Henninger und Kleinknecht. Es war die Zeit von Landesbischof Diezfelbinger.

-Wo überall haben Sie in den vergangenen fünf Jahrzehnten das Wort Gottes verkündet?

Ab dem Examen kam ich zuerst als Vikar in Marktleuthen in Oberfranken, 1968 habe ich dann die Vikarstelle in Lechbruck übernommen, und als diese Stelle die zweite Pfarrstelle von Füssen wurde, bin ich ab 1. Dezember 1970 offizieller Pfarrer von Lechbruck geworden. Dort war ich auch für die Freizeitseelsorge zuständig, außerdem wurde ich Beauftragter für Sport in Schwaben.

-Wo erlebten Sie Ihre schönste Zeit als Priester?

In der Freizeitseelsorge mit Berggottesdiensten und Campingarbeit, bei der Kirche im Grünen und als Vorsitzender des von mir ins Leben gerufenen ERC Lechbruck, schließlich noch als Sanitäter beim BRK Füssen.

-Wie wird man eigentlich Ehrenbürger von Kos in Griechenland?

Mit der Aufgabe, die dortige Umweltverschmutzung, zum Beispiel Müllverbrennung im Freien, zusammen mit Gleichgesinnten zu beseitigen.

-Als das Kreuzfahrtschiff „Maxim Gorky“ im Eismeer vor Spitzbergen zu sinken drohte, waren Sie mit vielen anderen Passagieren an Bord. Wie groß war da bei Ihnen die Angst?

Die Angst war für mich nicht existenziell, weil ich auch dort immer auf den Herrgott vertraute.

-Gibt es für Sie als Pfarrer im Ruhestand eigentlich noch viel zu tun?

Ja, zum Beispiel selektive Dinge, die mir nicht unbedingt aufgetragen waren, selbst in die Hand zu nehmen.

-Die Ökumene liegt Ihnen bekanntlich besonders am Herzen?

Ökumene ist der Zentralpunkt meines Denkens, weil ich noch weitere konkrete Fortschritte persönlich erleben möchte.

-Haben Sie die Knöllchen-Affäre mit dem Strafzettel in Füssen mittlerweile abgehakt?

Nein, weil für mich die Wahrheit die Wahrheit bleibt, das heißt. weil der Bürger anscheinend keine Chance mehr hat, sich gegen Unwahrheiten, die scheinbar nicht korrigierbar sind, durchzusetzen.

-Welche Ziele setzen Sie noch?

Nur solche, die meine Kraft noch erlaubt.

-Haben Sie ein bestimmtes Lebensmotto?

Das ist das Vertrauen auf die Führung und Hilfe vom Herrgott.

Die Fragen stellte
Michael Gretschmann

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