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Siegergockel „Fritz“ mit seinem Besitzer Emil Anders aus Lechbruck.

Lustiger Wettstreit

Siegergockel „Fritz“ krähte 51 Mal in 30 Minuten

Einen lustigen Wettstreit hat der Kleintierzüchterverein Lechbruck ausgetragen: Ein Gockelwettkrähen.

Lechbruck – „Fritz“ tat es stolze 51 Mal in 30 Minuten: Der einjährige Zwerg-Wyandotte mit seinem schwarz-glänzenden Gefieder war zwar nicht der lauteste Krakeeler, jedoch derjenige mit größten Durchhaltevermögen. Kein Wunder, denn sein Harem zuhause umfasst elf Mädels, die der gegen Angriffe von Gänsen oder anderem Getier beschützt. Ein Hahn, der sich auch nicht durch harte Konkurrenz beirren lässt. Sein unbeugsamer Wille bescherte seinem noch stolzeren Besitzer Emil Anders die Siegerurkunde nebst Holzteller.

Der Zwölfjährige aus Lechbruck-Helmerstein hatte mit „Fritz“ am Samstag beim ersten öffentlichen Gockelwettkrähen teilgenommen, das der Kleintierzüchterverein nun wieder ins Leben gerufen hat. Bereits letztes Jahr war Emil Anders auf dem Siegertreppchen bei einem vereinsinternen Probelauf gestanden, damals noch mit einem anderen Gockel, der aber später an Altersschwäche verschied.

Gockelwettkrähen in Lechbruck: Der Gewinner heißt Fritz

„Fritz habe ich jung vom Züchter gekauft und gleich mit ihm gewonnen“, freut sich Emil, der seit seinem achten Lebensjahr Hühner als Hobby hat. Und „Fritz“ hat auch schon Zuchterfolge geliefert – drei Kücken rennen den Hennen oder „Mädels“, wie Emil sie nennt, bereits auf dem elterlichen Bauernhof nach.

Zunächst schien die Konkurrenz im wahrsten Sinne groß. Von insgesamt 20 angemeldeten Hähnen – manche Besitzer kamen aus Kaufbeuren oder auch Obergünzburg ins Gasthaus Holler, um ihre Lieblinge in die vorbereiteten Käfige im Biergarten unterzubringen – waren 13 schließlich bei der Gaudi dabei.

Viele überragten „Fritz“ rein körpermäßig. Zum Beispiel „Karuso“, ein prächtiger großer Brahma, der jedoch während der Wertungszeit sein Tenor-Krähen aus dem großen Resonanzkörper nur ab und zu zu Gehör brachte.

Wer kräht wie oft? Bei dem lustigen Wettstreit in Lechbruck zählten die Jury-Mitglieder genau mit und machten sie auch Notizen über die Lautstärke. 

Ebenso zu sehen waren Rassen wie sogenannte Pawlowskaja mit ihren wuscheligen Hauben, Maran, Susex, und Augsburger oder auch Paduaner, Altsteirer, Seidenhahn sowie Kleine Italiener.

Wie bringt man nun Gockel zum Krähen? „Gar nicht, das ist rassebedingt, die feuern sich gegenseitig an“, feixt Sieglinde Daufratshofer, die aus Obergünzburg mit ihrem Mann und zwei Hähnen angereist war. Zuhause hat sie noch fünf weitere. Und die Nachbarn? „Da soll einer was sagen, dann tu ich mir zwanzig her“, konstatierte sie schmunzelnd, und irgendwie nimmt man ihr das auch so ab.

Die Jurymitglieder zählten genau mit, welcher Gockel wie oft kräht

Während für zwei Hähne je ein Jurymitglied Kreuze pro Krähen machte, wurde es auf der rechten Seite der nummerierten Käfige immer stiller. Ein kleiner Wachtelgockel schwelgte mit seinem Nachbarn in stiller Konversation über starren Augenkontakt. Ein schwarzweißer verabschiedete sich zu einem Nickerchen, sein Kollege darunter schien offensichtlich überhaupt „keinen Bock“ auf die ganze Veranstaltung zu haben, setzte sich und drehte den rund 80 Schaulustigen und Teilnehmern einfach den Rücken zu.

So kam es schließlich, dass acht der dreizehn Kratzfüße mit null gezählten Krähern für ihre Besitzer eine Urkunde als „Nachbarschaftsfreundlichster Gockel“ erzielten (darunter auch der des Vorsitzenden). Diejenige, die sich wohl darüber am meisten freute, war die vierjährige Romy, die sie als jüngste Teilnehmerin strahlend in Empfang nahm.

Die Plätze zwei und drei gingen an Juri Schuster und Laurenz Pfeiffer, deren Hähne 47 bzw. 46 Mal gekräht hatten. Das Obergünzburger Ehepaar Daufratshofer nahm die Plätze vier (42) und fünf (29) mit nach Hause. Vereinsvorsitzender Günter Kirchner freute sich über die gelungene Veranstaltung, mit so zahlreichen Schaulustigen hatte er nicht gerechnet.

Der Kleintierzüchterverein hat 115 Mitglieder mit zehn aktiven Hühnerzüchtern und befindet sich seit der Wahl der neuen Vorstandschaft vor drei Jahren im Aufstieg. Es gibt auch eine Jugendgruppe mit derzeit sieben Mitgliedern. Wer Interesse hat, melde sich unter Telefon 0172/ 7148202. Infos unter www.klzv-lechbruck.bayern.

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