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Die 21 Absolventen der Demenzhelfer-Ausbildung beim Gruppenfoto mit dem Bürgervereins-Vorsitzenden Peter Schulenburg (rechts) u nd ihrer Ausbilderin Claudia Lenz-Rekers (vorn, 2.v.re.).

Bürgerverein am Lech

21 Demenzhelfer ausgebildet

Der Bürgerverein am Lech hat Ehrenamtliche zu Demenzhelfern ausgebildet. Die knapp zwei Dutzend Männer und Frauen sollen in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkte Senioren betreuen. Mit dieser Hilfe sollen auch pflegende Angehörige entlastet werden.

Lechbruck – Etwas über ein Jahr nach der Gründung und den ersten Hilfsprogrammen hat der Bürgerverein am Lech begonnen, ehrenamtliche Helfer auszubilden. Nun hat der neugewählte Vorsitzende des Vereins, Peter Schulenburg, die 21 Frauen und Männer zur erfolgreichen Ausbildung als zertifizierte Demenzhelfer beglückwünscht.

Die Altersstruktur in Deutschland ändert sich, ganz simpel, es steigt die Zahl der älteren Menschen an, auch werden die Menschen immer älter. „Das wiederum heißt“, so Schulenburg, „dass Hilfsangebote immer wichtiger werden und immer mehr erforderlich sind.“

Und das gelte insbesondere auch für die steigende Zahl an Demenz erkrankten Menschen. „Demenz erfordert von den Pflegern ganz besondere Qualitäten“, betonte Schulenburg. Ein Umstand, dessen sich die Pflegenden, insbesondere die pflegenden Angehörigen, am Anfang nicht bewusst seien. „Und so steigen die Belastungen für den Pflegenden sehr schnell sehr stark. Und häufig auch zu stark.“

Und genau dort möchte der Bürgerverein helfen. Deshalb habe man gemeinsam mit dem Landratsamt Ostallgäu eine Ausbildung für Demenzhelfer angestoßen. Nun sei man in der glücklichen Lage, diesen 21 engagierten Menschen für ihren Einsatz zu gratulieren. Ein Ergebnis, für das man einerseits dem Demenzbeauftragten des Landkreises, Stephan Vogt, vor allem aber Claudia Lenz-Rekers, zu Dank verpflichtet sei.

Die examinierte Krankenschwester aus Lechbruck sei der „Spiritus Rektor“ der Ausbildung gewesen, lobte Schulenburg: „Die Ausbildung war eine wahre Herzensangelegenheit für sie.“ Dabei habe es auch keine Rolle gespielt ob Lenz-Rekers gerade Nachtdienst hatte oder in der Tagschicht gearbeitet habe, erinnerte Schulenburg.

Unterstützung bei den kleinen Dingen im Alltag

„Wir wollen, dass die Menschen so lange als möglich zu Hause bleiben können“, so die Ausbilderin. Dafür sei aber Unterstützung nötig, vor allem bei den „kleinen Dinge im Alltag“, die einfach nicht mehr so zu bewältigen seien. Diese Hilfe von Außen könnten die Angehörigen übernehmen, aber nicht immer. Nicht nur, dass die Angehörigen ihr eigenes Leben führen würden. Es sei auch belastend, 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche nach einem Menschen zu schauen.

Um auch den Pflegenden ein bisschen „Freizeit, Urlaub, Zeit für sich“ zu verschaffen, gebe es die Pflegehelfer, die jetzt ausgebildet worden sind.

Stützen konnten sich die Bürgerhelfer dabei auch auf die Erfahrungen von Stephan Vogt, dem Demenzbeauftragten des Landkreises. Ihm ist es auch zu verdanken, dass man nun auf ein Netzwerk zurückgreifen kann, auch mit den benachbarten Bürger- und Hilfevereinen im Ostallgäu.

Nun gibt es verschiedenste Ideen und Programme, die umgesetzt werden können, unter anderem eben die Hilfe zu Hause, vielleicht auch mal ein Sport- oder Fußballnachmittag, bei dem zwei oder drei Helfer eine Gruppe einladen.

Einen nicht zu verachtenden Aspekt der Demenzhelfer zeigten Lenz-Rekers und Schulenburg am Schluss auf: Durch die neuen Pflegegrade können auch demenziell-erkrankte Menschen einen Pflegegutschein erhalten, 125 Euro im Monat stehen ihnen zu. Gehe man zu einem Pflegedienst, seien mit der Summe vielleicht vier Stunden im Monat möglich. Die Helferstunde des Bürgervereins kostet aber nur 8,50 Euro, womit sich die Menschen gut 15 Pflegestunden im Monat leisten können.

Oliver Sommer

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